ich geh mit mir, wohin ich will

Auch bis ans Ende dieser Welt
Am Meer, am Strand wo Sonne scheint es nieselt
Will ich mit mir alleine sein

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Nach 1,5 Wochen endlich das, was ich schon ab Tag 1 machen wollte: Eine Wanderung zum Ostende. Extra früh aufgestanden, um zeitig loszukönnen, Regenradar gecheckt –  sieht in Ordnung aus. Rucksack aufgesetzt und: Es regnet.
Da kann ich natürlich nicht raus – das geht de facto einfach nicht, wenn man aus Zucker ist.  Natürlich gehört theoretisch Schietwetter zum Nordsee-Erlebnis dazu, aber praktisch ist es mir doch lieber, wenn ich erst am Ende durchgenässt bin als schon nach den ersten zwanzig Metern.
Also brachte ich meinen Balg noch einmal kurz in die Waagerechte und unter meine Kuscheldecke; aufwärmen soll ja wichtig sein vorm Sport.

Deich, Norderney,

Mit dem Rad ging es größtenteils auf dem Deich bis zum letzten Parkplatz der Insel – ab dort gilt dann absolutes Drahteselverbot. Vor Ort steht eine Schutzhütte, an der man sich mit Infomaterial und Karten zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eindecken – oder eben Schutz vor Wetter suchen kann. An der Hütte waren zwar anfangs noch einige andere Wanderer, da wir aber unterschiedliche Wege einschlugen, war ich fast die ganze Zeit über allein. Ruhe, Natur und fast freundliches Wetter – besser geht’s kaum.

Nationalpark Wattenmeer, Wanderweg

Dem Wetter der vorherigen Tage geschuldet musste ich immer wieder über kleinere und größere Pfützen springen und verschätzte mich – trotz des Versuchs, vorab die Sprungkurve berechnen – immer wieder; meine Schuhe befinden sich noch immer im Trockenprozess.
Die Orientierung im Nationalpark ist dank zahlreicher Schilder und bunt-markierter Holzpfosten mehr als einfach. Ich hätte mir aber zumindest an den Wegweisern Angaben zur ungefähren Gehzeit gewünscht. Meiner Selbstüberschätzung und Streckenunterschätzung geschuldet brauchte ich deutlich länger als gedacht: Aus „in zwei Stunden bin ich durch mit dem Ding“ wurde „Ah, ich bin immer noch nicht da“. Insgesamt habe ich etwa 3,5 Stunden gebraucht.

ostende norderney

Aber: Es lohnt sich. Also nicht nur für das Ziel, sondern auch für den Weg. Klingt wie ein Wandtattoo-Spruch, ist aber wahr. Die Pflanzen, der Untergrund und die Ausblicke verändern sich immer wieder, was ich bei der Größe des Nationalparks nicht zwingend erwartet hätte. Es gibt auch eine Bake, von der man eine gute Aussicht genießen kann.

Wrack Ostende, Wrack Norderney, Schiffswrack

Am Wrack angekommen war ich immer noch völlig allein unterwegs – friedlicher kann ein Strand kaum sein.
Zurück zum Parkplatz ging es dann auch immer der Nase nach am Strand entlang. Oma sagt immer, dass ein Strandspaziergang das wohl Schönste und Beste ist, was es so gibt. Ich kann ihr nur bedingt zustimmen; ich finde Strandspaziergänge in erster Linie anstrengend. Schön ist auch nur das Gefühl, nicht die Art der Fortbewegung. Zwei Stunden lang schien eine Verwandtschaft zu Pinguinen nicht unwahrscheinlich.

Strand Norderney, Nationalpark

Was ich auf dem Rückweg verfluche: Den Leuchtturm. Sobald ich ihn sehen konnte, wähnte ich nämlich das Ende des Spaziergangs in unmittelbarer Nähe. Aber das eben 1,5 Stunden lang.
Gut, mein Fehler. Denn schließlich ist das der Witz an Leuchttürmen – dass man sie von weitem sehen kann.
Die Tour werde ich auf jeden Fall noch einige Male machen; das nächste Mal dann gern bei Sonne und mit Snacks im Rucksack.

2 Gedanken zu “ich geh mit mir, wohin ich will

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