dezember

79793390_620624235412989_732057027911614464_nNoch vier Tage bis Weihnachten; noch elf, bis 2019 gebührend verabschiedet wird. Gebührend bedeutet bei mir, dass ich mit Freunden in Jogginghose, Kuschelpulli und Wollsocken zuhause sitze, koche, Bier trinke und um Mitternacht eine Wunderkerze anzünde. Die Zeiten von Silvesterpartys, Glitzeroutfits und Sekt haben wir schon vor Jahren für beendet erklärt – aber wir sind ganz zufrieden mit unserer eigenen Tradition.

So richtig in Weihnachtsstimmung bin ich noch nicht – was auch dem Wetter geschuldet sein mag. Aber ich will mich nicht beschweren; kalte Tage wird’s noch genug geben und tatsächlich freue ich mich über jeden Sonnentag und jeden Moment im zweistelligen Gradbereich.
Der lebendige Adventskalender hat mich zumindest etwas bereit für Weihnachtsbaum, Weihnachtsmarkt und Plätzchen gemacht. Das Konzept des lebendigen Adventskalenders kannte ich noch nicht, vor allem in ländlichen Gegenden ist das allabendliche Zusammentreffen aber wohl recht bekannt. Nach vielen schönen Abenden vor beleuchteten Häusern; mit Weihnachtsliedern, Glühwein/Kinderpunsch und Keksen bin ich nicht nur etwas in Weihnachtsstimmung sondern vor allem begeistert von dieser schönen Idee für die Vorweihnachtszeit.


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Love is in the air

Ich hatte es in meinem letzten Blogeintrag schon angekündigt: meinen ersten korrekten Gang ins Meer; mit Karin Rass, der Klimatherapeutin der Insel. Nach über einem Monat der unüberlegt-unvorbereiteten Sprünge ins kalte Nass sollten meine Komplizin Rahel und ich es endlich richtig lernen. Mit einigen anderen Teilnehmern trafen wir uns in der Umkleide am Weststrand; ein Komfort, den wir uns sonst nicht genehmigen.
Da mich bei Instagram immer wieder Leute fragen, wie wir ins Wasser gehen, hier die ausführliche, detaillierte Beschreibung: Zum Strand fahren, am Strand ausziehen, ins Wasser gehen, am Strand anziehen, nach Hause fahren. So kompliziert ist es also gar nicht ;).
Bei der professionellen Klimatherapie steht das eigene Empfinden, das Achten auf die Signale des Körpers im Fokus – nicht ein „Aushalten“ wie bei uns. Von der Umkleide aus ging es an den Strand, um erst einmal ein Luftbad zu nehmen. Wir bewegten uns also in der Gruppe am Strand und achteten darauf, wie wir die Kälte empfinden; während Frau Rass uns mehr zur Klimatherapie erklärte. Wenn blutige Anfänger zur Gruppe stoßen, geht es meist auch gar nicht direkt in Badekleidung an den Strand; zu Anfang werden erst bekleidete Luftbäder genommen, bis sie nach einigen Tagen dann bereit sind, ins Meer zu gehen.
Wem es zu kalt wurde, der durfte das Luftbad jederzeit abbrechen; zwei Teilnehmerinnen nahmen dieses Angebot dankend an und gingen früher in die Umkleide zurück.

Würde ich eines Tages zu Rahel sagen, dass ich lieber doch nicht ins Wasser gehen will; ich fürchte, sie würde mich in die Wellen werfen und so lange unter Wasser drücken, bis ich aufhöre, mich anzustellen.

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Foto von @nicolebenewaah

Andersrum gilt das genauso. Wir sind nicht vernünftig und hören auf unseren Körper, wir hören lediglich auf unseren Stolz.
Während des Luftbadens warteten wir darauf, endlich ins Wasser gehen zu dürfen – heute sollten wir es aber beim Kältebad an der frischen Luft belassen und  uns (zumindest gefühlt) unverrichteter Dinge zurück in die Umkleide und unsere warmen Klamotten begeben.
Es war auf jeden Fall interessant, einmal mehr über Klimatherapie zu erfahren und mitzuerleben, wie man es eigentlich richtig angeht – aber: Wir brauchen das Wasser-Extrem mittlerweile einfach zu sehr, als dass wir uns mit einem Luftbad zufrieden geben könnten. Und so haben wir uns dann im Anschluss doch noch unseren täglichen Kaltwasser-Kick gegeben. Was wir ohnehin schon von selbst gelernt haben: Nach dem Sprung ins Wasser nicht direkt duschen zu gehen, sondern von selbst wieder warm zu werden.


Anfang Dezember traf ich mich mit einer Freundin in Wilhelmshaven; nicht der schönste Ort der Welt, aber zumindest konnte ich dort endlich auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Da die Bahnverbindung von Norderney nach Wilhelmshaven lächerlich ist und ich auf Norderney nicht in erster Linie das Nachtleben oder die Shoppingmöglichkeiten vermisse, sondern vor allem lange Radtouren, entschied ich mich, mit dem Fahrrad nach Wilhelmshaven zu fahren.
79438179_749440338896883_3028935117528629248_nFaktoren wie eine lange Strecke gepaart mit wenig Zeit sowie eine Sturmwarnung ließen mich zu einem Angehörigen der Menschengattung werden, die ich sonst wenig ernst nehmen kann: Einem E-Bikefahrer.
Dank Sturmwarnung und Angst vor Kälte sah ich aus wie ein wahrgewordener Zwiebellook, als ich in Norddeich losradelte. Zum Glück blieb das Wetter gut; kaum Wind, viel Sonne und mäßige Temperaturen.
Auf dem Hinweg hatte ich am Ende 115 Kilometer auf dem Tacho, da ich mir vom Weg am Deich entlang schöne Ausblicke versprochen hatte – blöd nur, dass man eben immer vor/hinter/neben dem Deich ist (wie auch immer man es nun betrachtet) und gar nicht mitbekommt, dass auf der anderes Seite des Deiches das Meer und weitere Inseln zu sehen sind.
Zurück fuhr ich querfeldein und hatte so nur 85 Kilometer zu bewältigen.
Und: Mir war noch nie so langweilig beim Radfahren – dabei hab ich schon einige längere Radtouren gemacht.
1. Hat mir das E-Bike viel zu viel Arbeit abgenommen; und ganz ohne Unterstützung war mir das Damenrad einfach zu unsportlich unterwegs.
2. Die Landschaft Ostfrieslands dürfte in einem der unmotiviertesten Momente des lieben Herrgotts entstanden sein. Der spannendste Wegabschnitt war ein 30 Meter langer verschmutzter Radwegteil. Auf insgesamt 200 Kilometern ist landschaftlich so gut wie nicht passiert: Plattes Land, Windräder, hin und wieder ein kleiner Bach.
Das einzige, was mich hat wach bleiben lassen, war der Schmerz, den meine gefühlt abgefrorenen Zehen verursachten.
Bei meiner nächsten Radtour durch Ostfriesland werde ich also erstens wieder ohne Unterstützung in die Kette treten und zweitens eine Zeitung oder Strickzeug zur Unterhaltung mitnehmen.


79237657_1000695180263596_1929508581644697600_nSommer, Sonne, Strandkörbe. Damit du, ich und alle anderen Menschen an den Stränden Norderneys das volle Programm genießen können, werden ab Oktober die Strandkörbe repariert – und an Ostern wieder an die Strände zurückgebracht.
Ihr erinnert euch vielleicht: Mit den Technischen Diensten Norderney war ich schon einmal unterwegs – beim letzten Mal, um die Strandreinigung zu begleiten. Heute durfte ich gnädigerweise etwas länger schlafen als beim letzten Mal, dennoch legten auch die Jungs von der Strandkorbreparatur ziemlich früh los: Um 7 Uhr geht’s an Fitmachen der Strandkörbe, da schlafe ich sonst noch gute zwei Stunden. Dieses Mal mussten sich Friedhelm und Michael, die in der alljährlichen Berichterstattung gerne auch mal „Strandkorbdoktoren“ genannt werden, meiner annehmen; mir alles erklären und sich von meinen Fragen löchern lassen.
Über 2000 Strandkörbe lagern auf drei Etagen in der Halle im Gewerbegebiet – und jeder einzelne muss überprüft und repariert werden.
79245092_479506832770904_6900034144080756736_nDie blau-weißen Bezüge müssen erneuert, Polster ausgetauscht und Klapptischchen neu verschraubt werden, reparierte Strandkörbe nach oben geschafft und noch zu reparierende Strandkörbe nach unten gefahren werden. Wind, Wetter und Vandalismus setzen den Körben jedes Jahr ganz schön zu; manche sind irreparabel und werden komplett aussortiert. Gefahrenquelle Nummer 1 für die Strandkörbe: Gruppen betrunkener Menschen, die den gestreiften Wind- und Sonnenschutz mit einer Hüpfburg verwechseln.
Die Werkstatt ist, wie man sich eine Werkstatt in reiner Männerhand vorstellt: Von wenigen Gesprächen über NDR 1 im Radio bis hin zu den obligatorischen Frauenkalendern an der Wand. Frühstückspause wird pünktlich auf die Minute gemacht – mit Kaffee aus der Thermoskanne und geschmierten Broten setzen sich die Männer um einen großen Tisch; statt zu quatschen, ist jeder in den Norderneyer Morgen vertieft. Nur ich füge mich meiner Rolle als Störenfried und quatsche immer wieder in die Stille hinein. Nach der Mittagspause räumen wir noch ein paar dutzend Strandkörbe um, dann habe zumindest ich es schon geschafft; acht-Stunden-Tage passen einfach nicht mehr in meinen Lebensrhythmus. Der Tag bei den Jungs von TDN hat auf jeden Fall Spaß gemacht – und falls euer Strandkorb nächsten Sommer etwas wacklig sein sollte: Den habe ich repariert.


79950330_450470112293907_1135333458910904320_nMitte Dezember stand noch ein Termin auf dem Programm: Ein Team vom NDR begleitete mich in meinem Alltag als Inselbloggerin. Das Ergebnis könnt ihr am 26. Januar um 18 Uhr im Nordseereport sehen. Der Dreh hat super viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie der Beitrag wird. Mit dabei ist auf jeden Fall auch der Norderneyer Ausrufer Bernd Krüger – schließlich haben wir beide ja in gewisser Weise den gleichen Job; er auf den Straßen Norderneys, ich im Internet 😉


Von mir wars das für dieses Jahr! Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen aufregenden Jahreswechsel mit guten Freunden. Wir sehen und hören uns im Neuen Jahr!


Fasten-Fazit

Der Fasten-Monat ist zwar noch nicht ganz um, aber ein Fazit kann ich dennoch  ziehen, denn: Ich habe bereits mit meinem Vorsatz gebrochen.
Ab dem 16. November wollte ich einen Monat lang auf Fleisch, Alkohol und meinem Story-Post bei Instagram zufolge auch auf Crystal Meth verzichten. Darauf folgten derart viele schockierte, aufgebrachte Reaktionen, dass ich an dieser Stelle gerne noch einmal sage: Das war ein Witz. Ich habe den Meth-Konsum bis dato nicht für mich entdeckt.

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Bier & Bratwurst: beides einen Monat lang tabu.

Vor allem zuhause war das Fasten kein Problem: Ich trinke nicht (mehr) allein daheim und Fleisch esse ich ohnehin fast nur auswärts.
Als Mensch, der sich im Restaurant häufig mit Entscheidungen schwertut, war der Monat geradezu eine Wohltat. Dreiviertel aller Gerichte auf der Karte fielen für mich in der Regel weg, auch die Auswahl der Getränke fiel deutlich leichter, nun, da ich die Bier-, Wein-, Cocktail-, und Spirituosenseiten einfach überblättern konnte.
Ich bin zwar sowohl in den Restaurants als auch in den Supermärkten Norderneys immer fündig geworden, muss aber sagen, dass es hier vergleichsweise doch recht wenige vegetarische Alternativen in den Menüs und Supermarktregalen gibt. Vegeteratisch oder vegan wird ein Gericht hier häufig einfach durch das Weglassen der Fleischkomponente denn durch einen ansprechenden Ersatz.
Erschwert wurde der Verzicht auf Fleisch und Alkohol vor allem bei großen Veranstaltungen. Ein Fest auf dem Kurplatz? Gulaschkanone! Ein kleiner Weihnachtsmarkt um die Ecke? Bratwurst und Glühwein!

Auf Alkohol zu verzichten war für mich kein Problem – wenn ich Lust auf Bier hatte, wurde eben alkoholfreies Bier bestellt und beim allabendlichen lebendigen Adventskalender schmeckte mir Kinderpunsch ohnehin besser als Glühwein. Erst durch den Komplett-Verzicht ist mir aufgefallen, zu wie vielen Gelegenheiten ich sonst zumindest ein Glas Wein oder Bier trinken würde – und bei wie vielen Veranstaltungen ein gewisser Konsum geradezu erwartet wird.

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Ups.

Nun zu meinen Fasten-Brüchen:
In Sachen Fleisch habe ich gleich zweimal gegen mein eigens auferlegtes Verbot verstoßen. Einmal war ich bei einer Freundin zum Essen eingeladen –  und es gab Spaghetti Bolognese. Ich weiß nicht, wie zuträglich es für ein freundschaftliches Verhältnis gewesen wäre, wenn ich sie zurück an den Herd geschickt hätte.. also „sündigte“ ich schon an Tag 5.
Auch mein zweiter Verstoß war nicht so richtig selbst verschuldet: Ich bestellte zwar extra einen Eintopf ohne Wurst – das bewirkte aber leider kein Verschwinden der Schinkenwürfel darin. Keine Ahnung, ob das als halb-vegetarisch-weil-gut-gemeint zählt; ich denke aber nicht.
In Sachen Alkohol habe ich länger durchgehalten, aber am 10.12 war ich dann doch zu sehr Guter-Kumpel, als dass ich meine Freundin in Wilhelmshaven allein hätte trinken lassen. Da gabs dann auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein mit Amaretto – und ich hatte direkt die Lampen an.

Mein Fazit: Es ist definitiv möglich, auf beides zu verzichten – und theoretisch ist es auch gar nicht so schwer. Praktisch bin ich aber einfach super schlecht daran, mich an Komplett-Verbote zu halten. Sowohl bei Alkohol als auch bei Fleisch ist ein bewusster und geringer Konsum in vielerlei Hinsicht einfach sinnvoll – und das werde ich auch in Zukunft anstreben, ohne daraus wieder ein „Projekt“ zu machen.

Nachdem ich vorgestern ein Video über die Zustände in Massentierhaltungs-Betrieben gesehen habe, ist mir vorerst ohnehin der Appetit auf Fleisch vergangen, von dem ich nicht weiß, woher es kommt; oder von dem ich eben weiß, dass es aus Massentierhaltung stammt. Und auch, wenn es einige nerven und sich viele der Salami auf dem Butterbrot beraubt fühlen dürften: Wenn eine Packung Hack 4€ oder eine Packung Wurst 1,50€ kostet – dann hat das Tier, das da in Teilen drin liegt, definitiv kein ansatzweise mit Ethik zu vereinbarendes Leben und wahrscheinlich nicht einmal einen vertretbaren Tod erfahren dürfen. Einfach nicht kaufen – Brot schmeckt auch mit Hummus 😉


Tischlein deck dich

„Bis zum 26.12 geschlossen“, „Wir machen Winterpause“, „Wir sehen uns im Neuen Jahr“ – viele Fensterscheiben der Restaurants und Cafés auf Norderney begrüßen durchgefrorene Urlauber und Insulaner aktuell mit Zetteln wie diesen. Gut, dass ich die Zeit vor dem zwischenzeitigen Insel-Ruhestand für einige Café- und Restaurantbesuche genutzt habe!

IMG_20191117_113059Ins DeVries am Norstrand hatte ich es bisher immer nur auf einen Kaffee oder Tee geschafft. Letzten Monat war ich dort endlich einmal frühstücken und: Die Auswahl beim großen Nordstrandfrühstück war großartig: Müsli und Joghurt, Croissants, Brötchen und Brot, Rührei, Konfitüre, Wurst, Käse, Krabben, Kaffee und Saft. Auf dem Tisch stand alles, was man für einen guten Start in den Tag braucht. Die besten Plätze am Fenster waren leider schon belegt, aber das war wirklich der einzige Punkt, den wir zu bemängeln hatten. Das nächste Mal kommen wir dann eben einfach früher. 😉

78526359_997781553891878_6626872527543074816_nIns Oktopussy wollte ich schon immer mal – einfach weil es von außen gemütlich, stylish und cool aussieht. Das Service-Team ist superfreundlich und aufmerksam, das Sauerteigbrot vorweg himmlisch lecker und noch warm. Als Hauptgang wählte ich Falafel mit Auberginencurry, Minz-Joghurt, Kichererbsen-Salat und Hummus. Auch: Superlecker. Ich freue mich schon, wenn die Rooftop-Bar Skyfall im Sommer wieder geöffnet hat und man auf dem Dach des New Wave Hotels ein paar Drinks zum Sonnenuntergang genießen kann.

77416709_487279372212766_6534369884153839616_nIm Stadtcafé ganz in der Nähe des Kurplatzes gibt’s Frühstück nach dem Ankreuz-Prinzip, was ich eigentlich immer gut finde. Aus zig Kleinigkeiten sein eigenes Frühstück zusammenstellen ist meist deutlich besser, als eine große Auswahl zu bekommen, bei der man zwei Komponenten vielleicht gar nicht so sehr mag. Ich fand’s schön dort: Süß angerichtet auf einer Etagere, leckeres, frisches Obst und Gemüse als „Dekoration“ dazu, ohne es extra bestellen zu müssen. 

78417954_490349488248743_2255042101676867584_nIm Neys Place am Hafen war ich bisher nur  einmal für Kaffee und Kuchen – bevor das Restaurant aber für drei Wochen schließt, wollte ich dort einmal „richtig“ gegessen haben. Ich entschied mich für den vegetarischen Burger mit einem Patty aus schwarzen Bohnen und Schmorzwiebeln. Die Pommes waren perfekt gewürzt und schön knusprig, dafür hat mich das Patty leider weder von der Konsistenz noch vom Geschmack her überzeugt. 78359772_562178384357055_651399083985993728_nVorweg gab es einen kleinen Gruß aus der Küche, der von den Zutaten her (zum Glück) nur 2 von 5 Leuten am Tisch zusagte – mehr für mich :). Der Service war den ganzen Abend über sehr aufmerksam und freundlich; die Dessertplatte, die wir uns im Anschluss teilten, wurde extra für uns zusammengestellt und ließ und mehr als satt und zufrieden zurück.

Von manchen Freunden werde ich für meine Milchreis-Liebe verspottet, von anderen verstanden, unterstützt und begleitet.
Mittlerweile habe ich in 9 Restaurants auf der Insel Milchreis gegessen – und bin immer auf der Suche nach weiteren Orten, die das Wohlfühl-Gefühl in Schalen auf der Karte haben.
Den Milchreis in der Milchbar fand ich sehr lecker, jedoch ist es mir dort meist etwas zu voll und zu wuselig, so richtig zurücklehnen und entspannen: Das kann ich da nicht.
Auch den Milchreis in der Marienhöhe fand ich super: Der Ausblick ist unschlagbar, der Service schnell und woran die meisten anderen Restaurants sparen – obwohl der Milchreis nur mit Zimt und Zucker bestellt wurde, hatten sich ein paar Blaubeeren auf den Milchreis verirrt. Macht optisch viel her und sieht einfach nochmal liebevoller aus – top!
Der Milchreis im Kurpalais wird leider mit Vanille zubereitet – das ist nicht so ganz mein Ding. Dafür ist der Ingwertee dort super – im Gegensatz zu anderen Cafés geizt das Kurpalais nicht mit Ingwerscheiben.
Ich bleibe dabei: In der Meierei ist es einfach schön und super gemütlich. Mit einem heißen Tee und einer großzügigen Portion Milchreis lässt sich das Herbst-Winter-Wetter bestens ertragen.

Milchreis, Frühstück, Suppe: Hatte ich alles schon im Surfcafé. Noch vor meinem vegetarischen Monat habe ich dann auch mal „richtig“ dort gegessen: Den Winterburger mit Camembert und in Rotwein eingelegten Birnen. Mega lecker! Einfach ein richtig guter Burger.

Frühstück, Milchreis, Kuchen, Pasta: Auch im Friedrich hat bisher jeder Besuch überzeugt – deshalb kehre ich auch immer wieder zurück. Und mein zweites Zuhause: Das Strandrestaurant Riffkieker mit wechselnden Eintöpfen – perfekt für die Mittagspausen einer meiner richtig arbeitenden Freundinnen.

Was mich auf Norderney nach wie vor nicht so wirklich überzeugt: Die Mehrzahl der Bars und Kneipen. Dass hier meist noch geraucht werden darf, will einfach nicht in meinen Kopf. Wenn dann noch Unfreundlichkeit – getarnt als norddeutsche Wortkargheit – dazukommt, bin ich raus – und trinke mein Bier lieber in einer rauchfreien Bar oder direkt daheim; zu moderaten Preisen.


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77 Tage bin ich jetzt schon auf Norderney – was auch bedeutet, dass ein Fünftel meiner Zeit bereits vorbei ist. Gefühlt rast die Zeit, vielleicht aber auch, weil entgegen meiner Erwartungen immer noch relativ viel los ist.

IMG_20191129_141114Am Freitag war – wie ganz zu Beginn meiner Inselzeit – wieder eine Klima-Demo im Rahmen von Fridays For Future. Unter dem Motto „Wenn das Wasser steigt“ traf sich eine Gruppe Norderneyer mit Gummistiefeln, Eimern und Plakaten bewaffnet an der Fähre und begrüßte die ankommenden Gäste mit Handzetteln und dem Klima-Lied „Do it now“.  Organisiert wurde der Streik am Hafen von der Initiative „KURVE-Wende-Norderney“, deren Name sich aus den Wörtern Klima, Umwelt, Ressourcen, Verkehr und Energie ergibt.

Auch eine Veranstaltung am Samstag widmete sich Nachhaltigkeit und der Frage, wie jeder Einzelne etwas verändern kann. Veränderung mögen scheinbar vor allem Frauen – oder Männer wissen schon über alles Bescheid – auf jeden Fall war unter den Teilnehmern am Workshop „Plastikfrei leben – unverpackt und selbstgemacht“ im Badehaus lediglich ein Mann dabei. Im Workshop von Perpetuum Mobility e. V. , einer Organisation, die sich für einen bewussteren Umgang mit der Umwelt einsetzt, wurde erst diskutiert, in welchen Bereichen unseres Lebens Plastik verwendet wird (in etwa allen) – und wo und wie wir darauf verzichten können. Im letzten Teil des Workshops stellten wir unser eigenes Deodorant her. Die kommenden Workshops kann ich jedem nur empfehlen: Wichtige Themen werden spielerisch und im Diskurs behandelt, statt mit belehrend erhobenem Zeigefinger erklärt.


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Ihr erinnert euch vielleicht – seit dem 1.11 gehe ich täglich mit einer Freundin ins Meer. Der erste Monat ist um und: Man gewöhnt sich tatsächlich daran. Wovon wir ganz fest ausgegangen sind: Dass wir nie wieder krank werden. Aktuell läuft uns leider beiden die Nase. Vielleicht aber auch, weil wir einiges falsch machen. Scheinbar gibt es beim Gang ins kalte Wasser mehr Regeln, als sich erst auszuziehen, schwimmen zu gehen, dann wieder anzuziehen und irgendwie wieder warm zu werden. Deshalb gehen wir morgen einmal mit einer absoluten Expertin in Sachen Kälte ins Wasser: Frau Rass, der Klimatherapeutin der Insel.


IMG_20191120_140259Seit dem 17. November gibt es eine neue Sonderausstellung im „Museum Nordseeheilbad Norderney„. Die Ausstellung läuft unter dem Titel „Eine Insel im Krieg“ und thematisiert die erweiterte Kinderlandverschickung, die ab 1941 auch Norderneyer Kinder betraf. Tatsächlich hatte ich mir bis zu meinem Besuch im Bademuseum wenige Gedanken dazu gemacht, wie sich der Krieg auf das Leben der Insulaner ausgewirkt haben könnte. Während in Städten zig Denkmäler und Museen auf die jeweilige Kriegsvergangenheit hinweisen, gibt es auf Norderney kaum Anhaltspunkte, die an die Kriegsjahre erinnern. Durch die Ausstellung im Bademuseum habe ich meine Wissenslücke nun schließen können und kann einen Besuch der Ausstellung nur empfehlen – dies ist noch bis Mai 2020 möglich.



IMG_20191128_170346Seit dem 26.11 leuchten die Weihnachtslichter auf dem Kurplatz, auch das Tor zur Krippe ist geöffnet. Auf das Christkind in der Krippe muss aber noch gewartet werden: Bis zum 24.12. Angeblich legen aber immer mal wieder Touristen Ü-Eier und ähnliches in die Krippe, damit Maria und Josef nicht ins Leere starren müssen. Ich werde Wache halten und die Bösewichte zurechtweisen die Ü-Eier essen. Auch der Weihnachtsmarkt samt Glühwein und Essens-Spaß lässt noch auf sich warten: Erst am 27.12 gibt’s auf Norderney einen Weihnachtsmarkt – wenn die Insel zwischen den Feiertagen und über Silvester noch einmal richtig voll ist.


IMG_20191125_200039Ende November fühlte ich mich eigentlich schon zu sehr als Experte, um zur Virtuellen Stadt – und Inselführung im Conversationshaus zu gehen. Schließlich hatte ich (fast) alles auf der Insel schon mehrfach gesehen. Der bebilderte Vortrag von Jürgen Hoenicke, der auch Stadtführer auf der Insel ist, bot jedoch überraschend auch für mich (und andere Norderneyer) zahlreiche neue Informationen. Ich wusste zum Beispiel vorab noch nicht, dasss Norderney im Sommer die verkehrsunfallträchtigste Kreuzung Ostfrieslands zu bieten hat – oder dass die Milchbar im Winter auch Seniorenaquarium genannt wird. Egal ob Neuankömmling, Ur-Norderneyer oder Gäste, die nicht mehr gut zu Fuß sind: Der informative, unterhaltsame Vortrag lohnt sich für jeden, der auf der Insel ist.