dezember

79793390_620624235412989_732057027911614464_nNoch vier Tage bis Weihnachten; noch elf, bis 2019 gebührend verabschiedet wird. Gebührend bedeutet bei mir, dass ich mit Freunden in Jogginghose, Kuschelpulli und Wollsocken zuhause sitze, koche, Bier trinke und um Mitternacht eine Wunderkerze anzünde. Die Zeiten von Silvesterpartys, Glitzeroutfits und Sekt haben wir schon vor Jahren für beendet erklärt – aber wir sind ganz zufrieden mit unserer eigenen Tradition.

So richtig in Weihnachtsstimmung bin ich noch nicht – was auch dem Wetter geschuldet sein mag. Aber ich will mich nicht beschweren; kalte Tage wird’s noch genug geben und tatsächlich freue ich mich über jeden Sonnentag und jeden Moment im zweistelligen Gradbereich.
Der lebendige Adventskalender hat mich zumindest etwas bereit für Weihnachtsbaum, Weihnachtsmarkt und Plätzchen gemacht. Das Konzept des lebendigen Adventskalenders kannte ich noch nicht, vor allem in ländlichen Gegenden ist das allabendliche Zusammentreffen aber wohl recht bekannt. Nach vielen schönen Abenden vor beleuchteten Häusern; mit Weihnachtsliedern, Glühwein/Kinderpunsch und Keksen bin ich nicht nur etwas in Weihnachtsstimmung sondern vor allem begeistert von dieser schönen Idee für die Vorweihnachtszeit.


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Love is in the air

Ich hatte es in meinem letzten Blogeintrag schon angekündigt: meinen ersten korrekten Gang ins Meer; mit Karin Rass, der Klimatherapeutin der Insel. Nach über einem Monat der unüberlegt-unvorbereiteten Sprünge ins kalte Nass sollten meine Komplizin Rahel und ich es endlich richtig lernen. Mit einigen anderen Teilnehmern trafen wir uns in der Umkleide am Weststrand; ein Komfort, den wir uns sonst nicht genehmigen.
Da mich bei Instagram immer wieder Leute fragen, wie wir ins Wasser gehen, hier die ausführliche, detaillierte Beschreibung: Zum Strand fahren, am Strand ausziehen, ins Wasser gehen, am Strand anziehen, nach Hause fahren. So kompliziert ist es also gar nicht ;).
Bei der professionellen Klimatherapie steht das eigene Empfinden, das Achten auf die Signale des Körpers im Fokus – nicht ein „Aushalten“ wie bei uns. Von der Umkleide aus ging es an den Strand, um erst einmal ein Luftbad zu nehmen. Wir bewegten uns also in der Gruppe am Strand und achteten darauf, wie wir die Kälte empfinden; während Frau Rass uns mehr zur Klimatherapie erklärte. Wenn blutige Anfänger zur Gruppe stoßen, geht es meist auch gar nicht direkt in Badekleidung an den Strand; zu Anfang werden erst bekleidete Luftbäder genommen, bis sie nach einigen Tagen dann bereit sind, ins Meer zu gehen.
Wem es zu kalt wurde, der durfte das Luftbad jederzeit abbrechen; zwei Teilnehmerinnen nahmen dieses Angebot dankend an und gingen früher in die Umkleide zurück.

Würde ich eines Tages zu Rahel sagen, dass ich lieber doch nicht ins Wasser gehen will; ich fürchte, sie würde mich in die Wellen werfen und so lange unter Wasser drücken, bis ich aufhöre, mich anzustellen.

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Foto von @nicolebenewaah

Andersrum gilt das genauso. Wir sind nicht vernünftig und hören auf unseren Körper, wir hören lediglich auf unseren Stolz.
Während des Luftbadens warteten wir darauf, endlich ins Wasser gehen zu dürfen – heute sollten wir es aber beim Kältebad an der frischen Luft belassen und  uns (zumindest gefühlt) unverrichteter Dinge zurück in die Umkleide und unsere warmen Klamotten begeben.
Es war auf jeden Fall interessant, einmal mehr über Klimatherapie zu erfahren und mitzuerleben, wie man es eigentlich richtig angeht – aber: Wir brauchen das Wasser-Extrem mittlerweile einfach zu sehr, als dass wir uns mit einem Luftbad zufrieden geben könnten. Und so haben wir uns dann im Anschluss doch noch unseren täglichen Kaltwasser-Kick gegeben. Was wir ohnehin schon von selbst gelernt haben: Nach dem Sprung ins Wasser nicht direkt duschen zu gehen, sondern von selbst wieder warm zu werden.


Anfang Dezember traf ich mich mit einer Freundin in Wilhelmshaven; nicht der schönste Ort der Welt, aber zumindest konnte ich dort endlich auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Da die Bahnverbindung von Norderney nach Wilhelmshaven lächerlich ist und ich auf Norderney nicht in erster Linie das Nachtleben oder die Shoppingmöglichkeiten vermisse, sondern vor allem lange Radtouren, entschied ich mich, mit dem Fahrrad nach Wilhelmshaven zu fahren.
79438179_749440338896883_3028935117528629248_nFaktoren wie eine lange Strecke gepaart mit wenig Zeit sowie eine Sturmwarnung ließen mich zu einem Angehörigen der Menschengattung werden, die ich sonst wenig ernst nehmen kann: Einem E-Bikefahrer.
Dank Sturmwarnung und Angst vor Kälte sah ich aus wie ein wahrgewordener Zwiebellook, als ich in Norddeich losradelte. Zum Glück blieb das Wetter gut; kaum Wind, viel Sonne und mäßige Temperaturen.
Auf dem Hinweg hatte ich am Ende 115 Kilometer auf dem Tacho, da ich mir vom Weg am Deich entlang schöne Ausblicke versprochen hatte – blöd nur, dass man eben immer vor/hinter/neben dem Deich ist (wie auch immer man es nun betrachtet) und gar nicht mitbekommt, dass auf der anderes Seite des Deiches das Meer und weitere Inseln zu sehen sind.
Zurück fuhr ich querfeldein und hatte so nur 85 Kilometer zu bewältigen.
Und: Mir war noch nie so langweilig beim Radfahren – dabei hab ich schon einige längere Radtouren gemacht.
1. Hat mir das E-Bike viel zu viel Arbeit abgenommen; und ganz ohne Unterstützung war mir das Damenrad einfach zu unsportlich unterwegs.
2. Die Landschaft Ostfrieslands dürfte in einem der unmotiviertesten Momente des lieben Herrgotts entstanden sein. Der spannendste Wegabschnitt war ein 30 Meter langer verschmutzter Radwegteil. Auf insgesamt 200 Kilometern ist landschaftlich so gut wie nicht passiert: Plattes Land, Windräder, hin und wieder ein kleiner Bach.
Das einzige, was mich hat wach bleiben lassen, war der Schmerz, den meine gefühlt abgefrorenen Zehen verursachten.
Bei meiner nächsten Radtour durch Ostfriesland werde ich also erstens wieder ohne Unterstützung in die Kette treten und zweitens eine Zeitung oder Strickzeug zur Unterhaltung mitnehmen.


79237657_1000695180263596_1929508581644697600_nSommer, Sonne, Strandkörbe. Damit du, ich und alle anderen Menschen an den Stränden Norderneys das volle Programm genießen können, werden ab Oktober die Strandkörbe repariert – und an Ostern wieder an die Strände zurückgebracht.
Ihr erinnert euch vielleicht: Mit den Technischen Diensten Norderney war ich schon einmal unterwegs – beim letzten Mal, um die Strandreinigung zu begleiten. Heute durfte ich gnädigerweise etwas länger schlafen als beim letzten Mal, dennoch legten auch die Jungs von der Strandkorbreparatur ziemlich früh los: Um 7 Uhr geht’s an Fitmachen der Strandkörbe, da schlafe ich sonst noch gute zwei Stunden. Dieses Mal mussten sich Friedhelm und Michael, die in der alljährlichen Berichterstattung gerne auch mal „Strandkorbdoktoren“ genannt werden, meiner annehmen; mir alles erklären und sich von meinen Fragen löchern lassen.
Über 2000 Strandkörbe lagern auf drei Etagen in der Halle im Gewerbegebiet – und jeder einzelne muss überprüft und repariert werden.
79245092_479506832770904_6900034144080756736_nDie blau-weißen Bezüge müssen erneuert, Polster ausgetauscht und Klapptischchen neu verschraubt werden, reparierte Strandkörbe nach oben geschafft und noch zu reparierende Strandkörbe nach unten gefahren werden. Wind, Wetter und Vandalismus setzen den Körben jedes Jahr ganz schön zu; manche sind irreparabel und werden komplett aussortiert. Gefahrenquelle Nummer 1 für die Strandkörbe: Gruppen betrunkener Menschen, die den gestreiften Wind- und Sonnenschutz mit einer Hüpfburg verwechseln.
Die Werkstatt ist, wie man sich eine Werkstatt in reiner Männerhand vorstellt: Von wenigen Gesprächen über NDR 1 im Radio bis hin zu den obligatorischen Frauenkalendern an der Wand. Frühstückspause wird pünktlich auf die Minute gemacht – mit Kaffee aus der Thermoskanne und geschmierten Broten setzen sich die Männer um einen großen Tisch; statt zu quatschen, ist jeder in den Norderneyer Morgen vertieft. Nur ich füge mich meiner Rolle als Störenfried und quatsche immer wieder in die Stille hinein. Nach der Mittagspause räumen wir noch ein paar dutzend Strandkörbe um, dann habe zumindest ich es schon geschafft; acht-Stunden-Tage passen einfach nicht mehr in meinen Lebensrhythmus. Der Tag bei den Jungs von TDN hat auf jeden Fall Spaß gemacht – und falls euer Strandkorb nächsten Sommer etwas wacklig sein sollte: Den habe ich repariert.


79950330_450470112293907_1135333458910904320_nMitte Dezember stand noch ein Termin auf dem Programm: Ein Team vom NDR begleitete mich in meinem Alltag als Inselbloggerin. Das Ergebnis könnt ihr am 26. Januar um 18 Uhr im Nordseereport sehen. Der Dreh hat super viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie der Beitrag wird. Mit dabei ist auf jeden Fall auch der Norderneyer Ausrufer Bernd Krüger – schließlich haben wir beide ja in gewisser Weise den gleichen Job; er auf den Straßen Norderneys, ich im Internet 😉


Von mir wars das für dieses Jahr! Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen aufregenden Jahreswechsel mit guten Freunden. Wir sehen und hören uns im Neuen Jahr!


siebenundsiebzig

77 Tage bin ich jetzt schon auf Norderney – was auch bedeutet, dass ein Fünftel meiner Zeit bereits vorbei ist. Gefühlt rast die Zeit, vielleicht aber auch, weil entgegen meiner Erwartungen immer noch relativ viel los ist.

IMG_20191129_141114Am Freitag war – wie ganz zu Beginn meiner Inselzeit – wieder eine Klima-Demo im Rahmen von Fridays For Future. Unter dem Motto „Wenn das Wasser steigt“ traf sich eine Gruppe Norderneyer mit Gummistiefeln, Eimern und Plakaten bewaffnet an der Fähre und begrüßte die ankommenden Gäste mit Handzetteln und dem Klima-Lied „Do it now“.  Organisiert wurde der Streik am Hafen von der Initiative „KURVE-Wende-Norderney“, deren Name sich aus den Wörtern Klima, Umwelt, Ressourcen, Verkehr und Energie ergibt.

Auch eine Veranstaltung am Samstag widmete sich Nachhaltigkeit und der Frage, wie jeder Einzelne etwas verändern kann. Veränderung mögen scheinbar vor allem Frauen – oder Männer wissen schon über alles Bescheid – auf jeden Fall war unter den Teilnehmern am Workshop „Plastikfrei leben – unverpackt und selbstgemacht“ im Badehaus lediglich ein Mann dabei. Im Workshop von Perpetuum Mobility e. V. , einer Organisation, die sich für einen bewussteren Umgang mit der Umwelt einsetzt, wurde erst diskutiert, in welchen Bereichen unseres Lebens Plastik verwendet wird (in etwa allen) – und wo und wie wir darauf verzichten können. Im letzten Teil des Workshops stellten wir unser eigenes Deodorant her. Die kommenden Workshops kann ich jedem nur empfehlen: Wichtige Themen werden spielerisch und im Diskurs behandelt, statt mit belehrend erhobenem Zeigefinger erklärt.


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Ihr erinnert euch vielleicht – seit dem 1.11 gehe ich täglich mit einer Freundin ins Meer. Der erste Monat ist um und: Man gewöhnt sich tatsächlich daran. Wovon wir ganz fest ausgegangen sind: Dass wir nie wieder krank werden. Aktuell läuft uns leider beiden die Nase. Vielleicht aber auch, weil wir einiges falsch machen. Scheinbar gibt es beim Gang ins kalte Wasser mehr Regeln, als sich erst auszuziehen, schwimmen zu gehen, dann wieder anzuziehen und irgendwie wieder warm zu werden. Deshalb gehen wir morgen einmal mit einer absoluten Expertin in Sachen Kälte ins Wasser: Frau Rass, der Klimatherapeutin der Insel.


IMG_20191120_140259Seit dem 17. November gibt es eine neue Sonderausstellung im „Museum Nordseeheilbad Norderney„. Die Ausstellung läuft unter dem Titel „Eine Insel im Krieg“ und thematisiert die erweiterte Kinderlandverschickung, die ab 1941 auch Norderneyer Kinder betraf. Tatsächlich hatte ich mir bis zu meinem Besuch im Bademuseum wenige Gedanken dazu gemacht, wie sich der Krieg auf das Leben der Insulaner ausgewirkt haben könnte. Während in Städten zig Denkmäler und Museen auf die jeweilige Kriegsvergangenheit hinweisen, gibt es auf Norderney kaum Anhaltspunkte, die an die Kriegsjahre erinnern. Durch die Ausstellung im Bademuseum habe ich meine Wissenslücke nun schließen können und kann einen Besuch der Ausstellung nur empfehlen – dies ist noch bis Mai 2020 möglich.



IMG_20191128_170346Seit dem 26.11 leuchten die Weihnachtslichter auf dem Kurplatz, auch das Tor zur Krippe ist geöffnet. Auf das Christkind in der Krippe muss aber noch gewartet werden: Bis zum 24.12. Angeblich legen aber immer mal wieder Touristen Ü-Eier und ähnliches in die Krippe, damit Maria und Josef nicht ins Leere starren müssen. Ich werde Wache halten und die Bösewichte zurechtweisen die Ü-Eier essen. Auch der Weihnachtsmarkt samt Glühwein und Essens-Spaß lässt noch auf sich warten: Erst am 27.12 gibt’s auf Norderney einen Weihnachtsmarkt – wenn die Insel zwischen den Feiertagen und über Silvester noch einmal richtig voll ist.


IMG_20191125_200039Ende November fühlte ich mich eigentlich schon zu sehr als Experte, um zur Virtuellen Stadt – und Inselführung im Conversationshaus zu gehen. Schließlich hatte ich (fast) alles auf der Insel schon mehrfach gesehen. Der bebilderte Vortrag von Jürgen Hoenicke, der auch Stadtführer auf der Insel ist, bot jedoch überraschend auch für mich (und andere Norderneyer) zahlreiche neue Informationen. Ich wusste zum Beispiel vorab noch nicht, dasss Norderney im Sommer die verkehrsunfallträchtigste Kreuzung Ostfrieslands zu bieten hat – oder dass die Milchbar im Winter auch Seniorenaquarium genannt wird. Egal ob Neuankömmling, Ur-Norderneyer oder Gäste, die nicht mehr gut zu Fuß sind: Der informative, unterhaltsame Vortrag lohnt sich für jeden, der auf der Insel ist.


no rush november

76661233_592798588210581_7744579200153026560_nNovember: Die Insel leert sich zusehends, alle Events des laufenden Jahres passen auf eine der großen Anzeigetafeln, Himmel und Meer bilden eine graue Einheit, auch in diesem Moment regnet es; erst um 21 Uhr soll der andauernde Nieselregen kurz aufhören. Die Strandkörbe sind schon längst im Winterschlaf, in Hotels wird renoviert, was das Zeug hält und die Gastronomen können sich nach Monaten des Durcharbeitens endlich mal ein bis zwei freie Tage in der Woche erlauben oder überwintern direkt an einem sonnigeren Ort. Selbst am sonst so belebten Nordstrand kann man zuweilen allein unterwegs sein.
Auch für mich stehen deutlich weniger Veranstaltungen an als noch im September und Oktobert – in meine Wochen schleicht sich langsam so etwas wie Routine; Alltag.

 


74847193_2124336204334230_4597394823987593216_nSeit dem 1.11 gehe ich täglich mit einer Freundin ins Meer; schwimmen bei Temperaturen, die wenig Spaß, aber dafür umso mehr Gänsehaut machen. Das war ihre Idee – und ich reibe es ihr an besonders ungemütlichen Tagen gerne unter die Nase. Sie hat mir versprochen, dass ich am Ende des Winters nicht mehr wissen werde, was Cellulite überhaupt ist, die Idee hat mich also schnell überzeugt. Bis auf die vier Tage, an denen ich auf dem Festland war, quälen wir uns also – meist morgens – ins kalte Nass; und erzählen jedem Strandspaziergänger, dass es gar nicht so schlimm sei und man sich an alles gewöhnen würde. Stimmt auch; trotzdem meckern wir jeden Tag auf den ersten Metern vor uns hin und freuen uns stets auf die warme Dusche im Anschluss.

 


76654205_522484778592700_890575427469312000_nEine Unterbrechung meiner Einkaufen-Meer-Chor-Sport-Badehaus-Routine: Vier Tage Köln und Heimatbesuch, um meine Wohnung aufzulösen, Möbel zu schleppen und zu verkaufen, noch einmal Stand-Up-Bühnenluft zu schnuppern und: Bis um 12 einkaufen zu gehen; was für ein Leben. Auf der Fahrt von meiner Weserbergland-Heimat zurück nach Norderney verschwinden erst alle herbstlich-bunt-gefärbten Hügel, dann setzt Regen ein, die Landschaft vor mir ähnelt einem Pfannkuchen; nicht geschmacklick oder farblich, sie ist nur einfach sehr platt; Windräder über Windräder tun sich am Horizont auf. Aber dann, angekommen in Norddeich: Ein wunderschöner Sonnenuntergang überm Meer – zurück geht’s in die neue Heimat.


75464096_422387608696497_8092157726458642432_n(1)Anfang November war ich beim Song Ping Pong im Wohnzimmer des Insellofts. Und es hat wieder alles gepasst: Von der lauschig-gemütlichen Atmosphäre in kleiner Runde mit Sitzkissen, Kaminfeuer und Wein, über das gesamte Team des Insellofts, das wie immer superfreundlich war, hin zu großartiger musikalischer Unterhaltung von Neil Hickethier und Lennart Salomon. Entspannte Stimmung, Gitarre und Gesang und kleine Anekdoten aus dem Leben der Musiker: Das Wohnzimmerkonzert; ein Wohlfühlabend wie unter Freunden.


Ebenfalls zu Beginn des Monats: Der Talentetreff des Norderneyer Laientheaters. Das Treffen richtete sich an alle Norderneyer von 6 bis 99 Jahren und war keineswegs nur für Schauspieler gedacht. Ob man besonders gut nähen, schminken oder organisieren kann – für jeden gibt es etwas zu tun.  Ich ging gemeinsam mit einer Freundin zum Treffen – sie ist nun festes Mitglied in der Theatergruppe. Da die Woche nur sieben Tage hat, beschloss ich, dass ich mich lieber weiterhin Bodyforming statt Bühnenperfomance widme; und so weiterhin meine wöchentliche Portion Milchreis essen kann. Ich freue mich aber schon darauf, im Frühsommer eine Aufführung des Laientheaters besuchen zu können. 


76653276_1136219463383144_4716825525048311808_nIm Oktober war ich schon einmal für Kaffee, Tee und Klatsch& Tratsch in der Tagespflege Marienresidenz. Nicht nur der Ostfriesentee scheint auf Norderney nie auszugehen, auch Klatsch & Tratsch gibt es auf einer Insel immer zur Genüge: Der erste Rat, den ich von der bunt gemischten Gruppe aus Insulanern, Zugezogenen und Rückkehrern erhielt: „Werden Sie bloß nicht die Zweitfrau von jemandem. Das spricht sich hier immer direkt rum“. Vor einigen Tagen war ich dann erneut dort, dieses Mal ging es nicht um meine Männerwahl: Die Senioren aus der Tagespflege bekamen Besuch von Junioren aus dem benachbarten Kindergarten, um gemeinsam Weihnachtsdeko zu basteln.  Über 90 Jahre Altersunterschied lagen zwischen dem jüngsten und dem ältesten Mitglied der Runde.  Von Berührungsängsten keine Spur: Kaum waren die Bastelutensilien auf den Tischen verteilt, setzten sich auch die Kinder auf die leeren Stühle zwischen die älteren Herrschaften und hielten sich nicht lang mit Smalltalk auf – es ging direkt an die Scheren und Klebestifte.
Gute Laune, gegenseitige Hilfe, mit Glitzer überladene Sterne, Weihnachtsbäume und Engel, Klebereste auf den Tischen und gemeinsamer Stolz auf die fertiggestellte Weihnachtsdeko: Der Bastelvormittag war für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis. 

 


Woche sechs

Spenden, Singen, Sport und Schlick

Blutspende NorderneyBlutspende
Ich habe zwar schon seit Jahren einen Organspendeausweis und bin seit kurzem auch als Rückenmarkspender eingetragen – Blut hatte ich allerdings noch nie gespendet. Somit gehörte ich am Mittwoch zur Gruppe der Erstspender, die in der Turnhalle der Grundschule (teils voller Angst) darauf wartete, angezapft zu werden. Gut, es war Feierabendzeit und deshalb vielleicht entsprechend viel los – oder aber die Norderneyer spenden einfach gern Blut. Auf jeden Fall mussten wir eine ganze Weile warten; schön, dass so viele bereit sind, Blut zu spenden. Den Wettstreit mit meiner Kollegin habe ich leider verloren: Ich brauchte mehr als eine Minute länger, bis der Blutbeutel gefüllt war.

Chor Norderney, Inselblogger NorderneyWeihnachtsprojekt der Starfish Singers
Ich habe schon seit einigen Wochen überlegt, ob ich nicht in einen Chor eintreten sollte; und hatte eigentlich beschlossen, zum Inselchor zu gehen, weil der am wenigsten anspruchsvoll sein soll (sorry an alle Inselchormitglieder). Ich war zwar früher lange in einem Chor, schon als Teenager aber nicht zwingend mit Talent gesegnet. Was von dem Mittel-Können nach 8 Jahren noch übrig ist, wollte ich nicht direkt bei der Kantorei herausfinden.
Durch eine Freundin erfuhr ich dann, dass die Starfish Singers für das Weihnachtsprojekt „Christmas with Friends“ noch zusätzliche Sänger suchen. Weihnachtslieder? Ich bin dabei! Ich verstehe die Aufregung nie, wenn schon im September Weihnachtssüßigkeiten in den Supermärkten ausliegen. Spekulatius, Lebkuchen, gebrannte Mandeln und Weihnachtslieder – gehen ganzjährig, finde ich.
Am Mittwoch bin ich dann zur ersten Probe gegangen und: Es hat echt Spaß gemacht – und die Weihnachtskonzerte werden bestimmt schön (wenn man mir kein Mikro gibt).

Tus Norderney, Sportverein Norderney, Inselblogger NorderneyTuS Norderney e.V. 
Beim Zumba und Bodyforming war ich vor Wochen schon einmal, jetzt bin ich auch ganz offiziell Mitglied im TuS Norderney e.V. und habe mir fest vorgenommen, in den nächsten 10,5 Monaten nie wieder krank zu werden, damit ich bei meinem selbstauferlegten Sportprogramm nicht ausfalle.
„Ein Verein für alle“ ist Motto des TuS und das merkt man bei den Kursen auch – klar, zum Zumba oder Bodyforming hat sich noch kein Mann getraut, aber beim Zirkeltraining waren von – puh, wie alt sind Menschen, die mir so bis zur Mitte vom Oberarm gehen? – sagen wir 12 bis 40 Jahren alle Altersgruppen und Geschlechter vertreten.
Meine bisher getesteten Kurse haben auf jeden Fall super viel Spaß gemacht und helfen mir dabei, die doch recht überschaubaren Fahrradstrecken und die vielen Kuchen zu kompensieren.
Der TuS hat Tradition auf Norderney: Seit über 70 Jahren besteht der Verein und zählt weit über 1.000 Mitglieder. Von Ballsportarten über Leichtathletik, Tanzen, Acro-Yoga hin zu Gymnastik und Spinning-Kursen: Auf den zahlreichen Trainingsflächen des Sportsvereins wird täglich mehrmals trainiert und bei dem Angebot sollte für wirklich jeden etwas dabei sein. Ich will auf jeden Fall noch mehr Sportkurse ausprobieren und freue mich schon jetzt auf den Belohnungs-Milchreis.

Watt, Inselblogger, NorderneyWattführung „Watt intensiv“
Am Donnerstag stand eine Wattwanderung an und: Das Wetter meinte es gut mit uns. Entsprechend groß war die Gruppe dann auch. Ich hatte vorab etwas Sorge, dass ich den Treffpunkt am Alten Postweg nicht direkt finden könnte – als ich die Gummistiefelfraktion von etwa 20 Leuten versammelt an den Holzbänken nahe Campingplatz „Um Ost“ sah, wusste ich aber: So falsch kann ich nicht sein.
Unsere Wattführerin Berit vom Watt Welten UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum erklärt – bevor es ins Watt geht – worauf in den nächsten Stunden zu achten ist, welche Schutzzonen es im Nationalpark gibt und verrät uns ihren Geheimtipp: Im Watt geht man am besten ein bisschen wie eine schlurfende Ente. Als wir dann die ersten Meter durchs Watt schlittern, bin ich froh, dass sich Gummistiefel der Körpergröße anpassen und ich so besser geschützt bin als die Kinder. Auf dem Weg durchs Watt halten wir immer wieder an, um Neues über den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer, wie zB die Kriterien eines Weltnaturerbes, zu erfahren oder weitere Meeresbewohner kennenzulernen. Das Watt mit allen Sinnen begreifen – ich dachte, dass das nur so dahingesagt ist. Tatsächlich wühlen wir aber alle irgendwann mit den Händen im Watt, erfühlen den Boden, sehen die verschiedenen Tiere, hören das Meer, riechen die Natur – und manche schmecken sogar das Watt, indem sie versuchen, an Zunge und Gaumen zu erfühlen, ob der Silt noch körnig ist oder eher eine Puddingkonsistenz hat. Ich habe noch Essen daheim im Kühlschrank und schließe mich dieser Gruppe nicht an.
Wattenmeer, InselbloggerBerit gelingt, die Tour trotz vieler Informationen nicht trocken oder langweilig werden zu lassen; sie gestaltet die Wattführung auch für die Kleinen interessant.
2,5 Stunden dauert die Watt-Intensiv-Führung, 8€ kostet sie für Erwachsene. Andere Führungen weichen davon ab. 
Definitiv zu empfehlen für alle, die mehr über dieses ganz besondere Stück Natur und seine Artenvielfalt erfahren wollen – oder eben für alle, die Urlaub auf Norderney machen und dieses ursprüngliche Stück Natur genießen.
In der kalten Jahreszeit finden Wattführungen in der Surferbucht statt.


kurzurlaub auf norderney

IMG_20191020_102801Sonntagmorgen, 10.30 Uhr. Ich bin ausgeschlafen, habe gefrühstückt und sitze auf dem Rad Richtung Meer. Die Farbe Grau zeigt sich am Himmel in all ihren Facetten. Ein grauer Herbsttag, an dem man entweder dick einpackt einen langen Spaziergang mit einer Thermoskanne voll heißem Tee macht – oder die Bedeutung des Wortes „Entspannung“ im Spa des Insellofts neu begreift. 

Ich entscheide mich für die zweite Option und halte am Inselloft im Damenpfad, nur ein Stück weit von der grauen Nordsee entfernt.
Das Konzepthotel besteht aus vier ehemaligen Kaufmannshäusern, die mit einer einladenden Veranda verbunden sind. Die Holzveranda im Erdgeschoss führt nicht nur zur Rezeption, sondern auch zur hauseigenen Bäckerei, die bei Urlaubern und Insulanern gleichermaßen beliebt ist, ins Restaurant „Esszimmer“, ins Wein&Deli, in den Spa-Bereich und zum Designshop1837.

Gabi Steinhöfel, Managerin des Spa-Bereichs, empfängt mich und weiht mich direkt in ein großes Geheimnis ein (so fühlt es sich zumindest an – auch, wenn jeder Gast der Häuser Bescheid wissen dürfte): Zwei Hotels der Brune&Company sind unterirdisch miteinander verbunden. Gäste vom Seesteg Hotel oder dem Hotel am Meer können also ganz gemütlich im Bademantel zu einer Massage in die Räume des Spa-Bereichs kommen; ganz ohne Schietwetter, ganz ohne lästiges Umziehen und Tasche packen.

IMG_20191020_110901Gabi zeigt mir nicht nur die Verbindung zwischen den Häusern, sondern gibt mir auch einen groben Überblick über die drei Hotels. Jedes Hotel ist verschieden eingerichtet – aber immer stilvoll und mit einer Menge Wohlfühlcharakter; der klassische Hotelcharakter tritt in den Hintergrund; vor allem im Inselloft ziehen sich Offenheit und Miteinander von der Rezeption bis ins „Esszimmer“, in dem alle Gäste an einer langen Tafel speisen, durch. Auf der Dachterrasse des Hotels Seesteg befinden sich ein Rooftop-Pool und zwei Thalasso-Badewannen – Bahnen ziehen und entspannen mit Blick aufs Meer – ich schätze, das ist dieses „Living The Good Life“, von dem immer alle reden.

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Aber he! ich bin für eine Behandlung im Spa hier; und so gehen wir über die Veranda zurück ins Inselloft. Vor Beginn der Anwendung wird mir erklärt, was mich erwartet: Die „Begegnung mit der Nordsee“ fällt im Inselloft zum Glück nicht stürmisch und kalt aus, sondern kommt mit einem reinigenden Meersalzpeeling und einer stoffwechselanregenden Meeresschlickpackung einher. Da Algen und Schlick meine Haut und nicht meinen Bikini mit wertvollen Spurenelementen versorgen sollen, gibt es einen Einmal-Slip für mich; ein Anblick, der besser unter Kundin und Spa-Mitarbeiterin bleibt. Sowohl bei den Schlickpackungen als auch bei allen anderen Produkten vertraut das Team vom Inselloft-Spa auf die Pflegeprodukte von La mer, die auf reichhaltige Meereskosmetik und Anti-Aging aus der Biotechnologie setzen. Die Produkte können auch direkt im angeschlossenen Spa-Shop erworben werden.

IMG_20191020_131449Gabi macht während der Anwendung das, was ich auch beim Zahnarzt mag: Sie sagt, was sie gerade macht. Mit ruhiger, entspannender Stimme erklärt sie mir außerdem, woraus die Schlickpackung besteht und welchen Effekt die jeweiligen Schritte auf die Haut haben. Nachdem ich gepeelt, in warmen Schlick und Folie gepackt wurde, kann ich mich entscheiden, ob ich in Ruhe entspannen oder in der Zwischenzeit eine Gesichtsbehandlung wahrnehmen möchte. Ich weiß nicht, wer sich jemals gegen zweiteres entscheiden würde: Das ist, wie beim Frisör die Haare gewaschen zu bekommen – großartig. Während mein Körper also in Schlick gepackt ist, erhält mein Gesicht ein sanftes Meerespeeling und eine Massage mit Korallen-Creme-Maske.
Nach etwa 15-20 Minuten kann ich den Schlick abduschen – und bin bereit für eine Ganzkörper-Massage. Ich mag keine sanften Massagen; diese ist genau richtig. Mit jeder gelösten Verspannung werden meine Augen etwas schwerer, am Ende döse ich leicht auf der Massageliege ein.

saunaNach der Massage kann ich den Sauna- und Relaxbereich nutzen. Bademantel und Puschen liegen für mich bereit, im gesamten Bereich sind Kerzen entzündet, es herrscht wieder eine heimelige Wohlfühl-Atmosphäre, ein bisschen wie Zuhause sein – nur schöner und exklusiver. Wer jetzt hofft, die Sauna des Insellofts nutzen zu können, wenn im Dezember das Badehaus geschlossen hat, den muss ich enttäuschen: Die Sauna steht lediglich Gästen des Hauses zur Verfügung.

Ich war nie ein Fan von Saunen. Das hat sich mit meiner Ankunft auf Norderney geändert; vielleicht, weil es in den bevorstehenden, grauen Monaten die schönere Alternative zu nassgeregneten Klamotten oder Netflix-Tagen sein wird. In der Finnischen Sauna schwitzt man mit Blick auf viel Grün und die Marienhöhe.

Zwischen den Saunagängen mache ich es mir mit Tee und Wasser aus der Getränkebar und Keksen mit Suchtfaktor aus der Bäckerei im Ruhebereich gemütlich. Ich blättere in den ausliegenden Zeitungen, genieße die Stille und vergesse ein wenig, dass erst Mittag ist. Ich bin etwas müde, durch und durch wohlig-warm, entspannt und könnte den Tag für beendet erklären: Er ist schon jetzt vollkommen. 

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ordnung muss sein

74231848_391134271774778_2528125846162505728_nTheoretisch gibt es für mich aktuell keine Wochentage mehr – die Läden haben jeden Tag geöffnet und sowas wie Alltag findet bei mir auch nicht statt – dennoch hege ich eine Aversion gegen Montage.
Während ich den Sonntag noch völlig entspannt im Spa des Insellofts verbrachte, klingelte mich am Montag um 6 Uhr der Wecker aus dem Bett. Ich muss sagen: Ich fühle mich vielleicht noch nicht heimisch auf Norderney; daran, selten Termine vor 10 Uhr zu haben, habe ich mich aber schon gewöhnt. Wenn ich an anderen Tagen um 6 aufwache, lache ich kurz und drehe mich noch einmal um, gefühlt bin ich das letzte Mal um diese Uhrzeit aufgestanden, als ich noch nicht wusste, wie man die erste Stunde schwänzt. Ich zwinge mich trotzdem – dick eingepackt – nach draußen; auch, weil ich wissen will, wie die Welt eigentlich aussieht, so um vor 7. Sie ist dunkel und verregnet; zumindest auf Norderney.

Was mich so früh aus den Federn treibt? Ich will bei der Strandreinigung der Technischen Dienste Norderney mitfahren, immerhin finde auch ich saubere Strände nicht verkehrt. Damit schon die ersten Morgenspaziergänger einen sauberen Strand vorfinden, wird mit der Reinigung noch vor Sonnenaufgang begonnen.

Strandreinigung Norderney, Technische Dienste Norderney

Wie Sie sehen, sehen Sie nicht viel

Am Bauhof treffe ich auf Klaus, der mich heute im Trecker mitnehmen wird. Große Trecker fahren – das entschädigt schon ein bisschen fürs frühe Aufstehen.
Klaus ist gebürtiger Norderneyer und fährt schon seit 2006 morgens mit der Strandreinigungsmaschine raus; sonst kümmert er sich als Gerätewart um die Wartung der Gerätschaften der Feuerwehr.

Wir fahren los Richtung FKK-Strand – die Straßen sind leer, es ist stockdunkel und regnet. Man sieht nicht viel – das liegt nicht nur an den Sichtbedingungen, sondern auch daran, dass heute nicht besonders viel am Strand liegt. Je nach Windrichtung wird mehr oder weniger Seegras an den Strand gespült, heute Nacht stand der Wind günstig für die Strandreinigung. Das zum Beispiel wusste ich vorher gar nicht: Die Strandreinigung ist vor allem für die Beseitigung von Seegras im Einsatz und nicht in erster Linie für Müll. Liegt einmal grober Müll herum, der von der Maschine nicht aufgesammelt werden kann, ohne dass sie dabei Schaden nimmt, gibt Klaus Kollegen Bescheid, die den Müll dann mit dem Unimog abholen. Gereinigt werden im Auftrag der Kurverwaltung auch „nur“ die Badestrände von Weststrand bis FKK-Strand. Für den Inselosten ist die Küstenwache zuständig.

 

Strandreinigung Norderney

Plastikmüll – auch für dicke Maschinen kein Spaß

Von Ostern bis Oktober fahren die Männer von den Technischen Diensten Norderney jeden Tag raus um den Strand zu reinigen; im Winter etwas seltener und abhängig von den Wetterbedingungen.

Mit 5-7 km/h fahren wir über den Strand – ich bin etwas enttäuscht: Da hat man schon so einen großen Trecker und fährt doch kaum schneller, als Oma Annegret spazieren geht. Aber gut – mühsam nährt sich das Eichhörnchen – und hat am Ende dann doch etwa 1,5 Tonnen Strandräumgut gesammelt. Zweimal müssen wir Richtung Hafen fahren, um unsere Ladung abzukippen. Aus dem Strandräumgut werden Sand und Müll herausgesiebt, das übriggebliebene Seegras verrottet dann irgendwann. Insgesamt sind wir etwa zwei Stunden unterwegs, im Sommer ist Klaus meist etwas länger, von 6 bis halb zehn, mit der Strandreinigung beschäftigt. Vor 2006 wurde der Strand noch per Hand gereinigt, das Einsetzen der Maschine bedeutet also ein ziemliches Einsparen an Arbeitsstunden.

 

74391850_668086523715757_4062884417423540224_nWenn keine 25-Jährige neben einem sitzt und sich stundenlang unterhalten will, stelle ich mir den Job schön vor. Morgens gehört der Strand dir allein, jeder Sonnenuntergang wird miterlebt; es ist still und friedlich. Ich überlege fast, auch noch schnell einen Treckerführerschein zu machen, aber: Auf Norderney gibt es keine Fahrschule. Im Gespräch mit Klaus lerne ich nicht nur viel über die Strandreinigung, sondern erfahre auch mehr über das Leben auf einer Insel – ob Fahrschule, Möbelkauf oder Arztbesuch – hier funktioniert eben doch vieles etwas anders.

Zurück am Bauhof schwinge ich mich schnell aufs Fahrrad, bevor es ans Säubern der Maschine geht – Putzen ist und bleibt eben Männersache.


meeresleuchten im bade:haus

Badehaus Norderney, Inselblogger

Schon von meinem letzten Besuch im Bade:haus Norderney kehrte ich begeistert – und entspannt – zurück. Gestern ging ich dann zum „Meeresleuchten“; einem Event im Badehaus, das mir schon mehrfach von meinen Kollegen und allen zwei Freundinnen auf der Insel empfohlen wurde. Der normale Betrieb findet während des Events nicht statt; alle Gäste der Veranstaltung können die besonders lange Öffnungszeit bis 00.30 genießen.

Warmes Kerzenlicht von den Kerzen am Beckenrand und den Kronleuchtern überm Wasser, sanfte Live-Klaviermusik und eine überschaubare Besucherzahl schaffen eine durch und durch behagliche Atmosphäre im größten Thalassobad Europas.

In der Lounge gibt es ein Willkommensgetränk, es können aber auch weitere Getränke sowie kleine Gerichte erworben werden. Von der Empore aus kann bei Essen und Trinken das Treiben im Bad beobachtet oder das Feuer im Kamin genossen werden. Ob im Außenbad oder auf der Terrasse nach einem Saunagang: In warmes Wasser oder den Bademantel gehüllt erscheint der Dauernieselregen und Wind fast angenehm erfrischend und wohltuend.

Neben außergewöhnlichen Saunaaufgüssen gibt es für jeden Gast auch eine gratis Anwendung. Nach dem Meersalz-Sanddorn-Peeling im Dampfbad fühlte sich meine Haut wie die sprichwörtliche Haut eines Neugeborenen an. Gut, der Effekt hält nicht ewig; heute fühle ich mich wieder an wie 25.

Meeresleuchten Badehaus, InselbloggerZwischen den Saunagängen oder Bädern wurde Norderneyer Schinken und Meersalzschokolade gereicht; nach einigen Aufgüssen gab es Sekt, Kekse und andere Köstlichkeiten.
Natürlich wird das Meeresleuchten vor allem von Pärchen oder guten Freundinnen wahrgenommen. Große Gruppen oder „Alleinreisende“ (außer mir) habe ich nicht gesehen. Für gute Unterhaltung in den Ruhephasen hatte ich mir deshalb wohlweislich ein Buch mitgenommen.

Auch wenn der Eintritt von 36€ erstmal nicht laut „Schnäppchen“ ruft – der Abend ist es definitiv wert. Beim Meeresleuchten kommen gleichermaßen Körper und Geist zur Ruhe. Das nächste Meeresleuchten im Badehaus findet am 8.11 statt. Voranmeldung ist gewünscht.


events III

Der 03.Oktober:
Überall in Deutschland wurde anlässlich des Tags der Deutschen Einheit gefeiert – oder zumindest der arbeitsfreie Tag genossen. In Norderney gab es noch zwei weitere Anlässe, zu denen sich Menschenmengen versammelten:

Offizielles Abbaden


Offizielles Abbaden NorderneyUm 15 Uhr wurde am Nordstrand ganz offiziell die diesjährige Badesaison beendet. Das Wetter war mehr als gnädig: Kaum Wind, viel Sonne, kein Regen. Da wurde der letzte Sprung ins kühle Nass fast zu einem Spaziergang. Entsprechend viele Badelustige stürzten sich in die Fluten: Etwa 120 Badende waren im Wasser, mehrere hundert Zuschauer am Strand. Diese schauten zwar gerne zu, ergriffen aber lauthals die Flucht, sobald die Wellen das Wasser etwas höher an den Strand trieben und sie Gefahr liefen, nasse Füße zu bekommen.
Zwar waren schon einige Schwimmer vor dem offiziellen Start im Wasser, die große Menge wartete jedoch die kurze Ansprache mit Gedicht sowie das Hornsignal ab, bevor sie in die Fluten zog.

„Das Meer, mal still, mal wild.
Die Luft, mal kalt, mal mild.
Den Abschied von diesem
lassen wir uns nicht vermiesen.“

IMG_20191003_145443Die Stimmung war sowohl bei den Schaulustigen als auch bei den Schwimmern ausgelassen – und da das Wetter so gut war, wurde den Badenden auch besonders viel Zeit im Wasser gegeben, bis das Event mit einem dreifachen Hornsignal beendet wurde.
Angebadet wird dann wieder am 01.01.2020 – da werde ich höchstwahrscheinlich sehnsuchtsvoll an die 15 Grad Wassertemperatur vom 03.10 zurückdenken.



Jubiläumsball 222 Jahre Seebad


Konversationshaus, Jubiläum Norderney, Ball Norderney,Am 3. Oktober 1797, also vor 222 Jahren, wurde Norderney offiziell zum Seebad ernannt. Das ganze Jahr 2019 über wurde deshalb schon gefeiert – mit besonderen Angeboten, vielen Veranstaltungen und der Zahl 222 präsent auf der gesamten Insel.
Am Abend des 3.10 wurde der Jubiläumsabend dann mit einem Ball zelebriert – wieder eine Veranstaltung, bei der sich mein Kleiderschrank als unbrauchbar erwies. Danke, World Wide Web, dass es dich gibt!
Nach dem Sektempfang wurden Reden gehalten – alle interessant und wichtig, bei manchen würde ich als prägnantestes Merkmal jedoch „lang“ herausstellen. Etwas skurril, auch wenn es mit Sicherheit schöne Bilder gibt: Während der Reden flog immer wieder eine Drohne über die Köpfe der Gäste hinweg – und machte dabei ordentlich Wind. Gut, dass ich außer „Haare offen“ und „Zopf“ keinerlei Frisuren im Repertoire habe; so konnte auch keine Frisur zerstört werden.

Jubiläumsabend, Ball Norderney, 222 Jahre

© Joachim Trettin

Im Anschluss präsentierte „The Cast“ einen Ausschnitt aus ihrem Programm. The Cast, auch „die Rockstars der Oper“ genannt, ist eine junge, international besetzte Opernband, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Oper unterhaltsam, spaßig, mitreißend und alles andere als steif zu gestalten. Nennt mich einen Kulturlegastheniker, aber auch wenn ich eindeutig erkenne, dass bei Opernsängern eine großartige Stimmgewalt auf der Bühne zugegen ist: Ein wirklich Opernfan bin ich einfach (noch) nicht. Schuld an meiner mangelnden Begeisterung könnte auch mein Zustand gewesen sein: Ich war hangry. Zu meinem Glück wurden bald die Pforten geöffnet: Es gab Essen.
Das Konzept glich dem einer Markthalle: Verschiedene Restaurants und Cafés Norderneys hatten Stände aufgebaut und man konnte sich aussuchen, worauf man am meisten Lust hatte. Das Essen: super lecker – und für mich von Vorteil, da ich so direkt noch einige Restaurants finden konnte, denen ich in naher Zukunft mal einen Besuch abstatten möchte.
Im Saal spielte ein Symphonieorchester, es wurde getanzt und: Meine Herren, können die Norderneyer trinken. Danke allen, die diesen Abend organisiert haben, Hut ab!


„Verflixte Klassik“ – Zamoscz Symphonieorchester und Felix Reuter


Symphonieorchester, Norderney Konzert
Zwei Tage später hatte ich im Conversationshaus die Gelegenheit, dem Symphonieorchester von Donnerstag nochmals zuzuhören – beim Konzert „Verflixte Klassik“ mit Felix Reuter.
Felix Reuter zeigte als Pianist, Entertainer und Musikkomödiant, dass Klassik nicht verstaubt sein muss. Reagierte das Publikum anfangs noch verhalten auf seine Fragen, gab es irgendwann immer mehr Zwischenrufe und Mitratende. Er improvisiert, unterhält, erklärt, reißt mit und – macht gemeinsam mit dem Orchester großartige Musik.

Eventuell bin ich in Bezug auf Kultur doch noch nicht völlig verloren, denn: Im Gegensatz zur Oper finde ich Orchester großartig. Ich habe lange selber Geige gespielt und bewundere deshalb noch mehr, wenn Andere das Instrument tatsächlich beherrschen.

Norderney Konzerte,Worüber alle Künstler froh sein können: Dass es nicht nur Zuschauer wie mich gibt. Egal ob im Theater, bei einem Vortrag oder einem Konzert: Ich setze mich auf meinen Platz und bin ab dem Moment an für 1,2 oder 3 Stunden ruhig. Natürlich klatsche ich – und zum Abschluss auch gerne so, dass ich am Ende gefühlt eher glühende Stumpen denn Hände habe – aber ich rufe nicht rein, rätsele nicht mit, lache nicht laut. Wenn ich an einem kulturellen Ereignis teilnehme, genieße ich einfach nur. Das ist natürlich schwierig, wenn das Programm auf das Mitwirken des Publikums angewiesen ist. Danke also an alle, die für mich „mitgemacht“ haben.

Der Abend war rund: Von „ganz klassischer Klassikmusik“, die für Gänsehaut sorgt, zu unterhaltsamen Jazzstücken oder Mitsing-Songs war alles dabei. Das Orchester ist noch bis Ende Oktober auf Norderney und bietet unterschiedlichste Konzerte für Jung und Alt an.


events II

Norderney, Herbstanfang, Bank, Promenade
Irgendwie scheinen Norderney und ich aneinander vorbeikommuniziert zu haben. Ich hatte einen goldenen Herbst bestellt; Norderney liefert einen stürmischen Herbstanfang. Das Problem bei der Kombination aus Regen und Wind: Man will den Regen möglichst schnell verlassen, wird aber durch Windböen im Tempo gedrosselt und kann sich nur in Zeitlupe an trockenere Orte flüchten.
Mit Regenhose und Cape ausgestattet kam ich zwar immer noch langsam, aber zumindest trocken zu meinen dieswöchigen Zielen:



Zumba

Wer mich kennt – oder einfach mal auf einer Party beobachtet hat, der weiß: Ich tanze nicht. Ich kann an der Bar stehen und halbwegs rhythmisch mit dem Fuß auftippen, aber damit ist mein Tanz-Repertoire auch schon weitestgehend erschöpft.
In froher Hoffnung, dass sich vielleicht etwas daran geändert hat – und weil ich ohnehin das Sportangebot des TuS Norderney e.V. testen wollte – bin ich am Dienstag zum Zumba gegangen.
Ich merke schnell, dass sich nicht viel getan hat: Der Übertragungsdauer von Auge zu Gehirn zu Körper geschuldet hänge ich meist einige Sekunden hinterher; meine Mutter dürfte meine fehlerhafte Arm-Bein-Koordination als Erzieherin höchstwahrscheinlich mit Sorge betrachten. Gut, dass sich mein Zumba-Können nicht auf eine mögliche Einschulung auswirkt.
Spaß hat es dennoch gemacht, Sport ist es auch: Vielleicht bleibe ich dabei!



Bademuseum NorderneyBademuseum

Heute Abend stand ein Vortrag im Bademuseum am Weststrand auf dem Plan: „Berühmte Gäste: Von Bismarck bis Bülow, von Heine bis Humboldt“. Ich muss sagen, dass ich mir nicht besonders viel von dem Abend erhofft hatte. Ob Humboldt oder Ed Sheeran ist mir eigentlich egal – ein Vortrag darüber, wer mal wo auf der Insel war und was er da gemacht hat – das kann ja nur trocken werden; so meine Erwartungshaltung.
Elise Terfehr, eine ehemalige Lehrerin, schaffte es aber, den Vortrag durch Anekdoten aus dem Leben der berühmten Gäste nicht nur interessant und informativ, sondern vor allem auch unterhaltsam zu gestalten. Für Frau Terfehrs Art zu erzählen und die Tatsache, dass auf jede Zwischenfrage geantwortet werden konnte: Meinen vollsten Respekt.

Am nachhaltigsten beeindruckt hat mich aber Heinrich Heine. Den Mann, von dem ich dachte, dass er einer der größten Romantiker aller Zeiten war, habe ich heute Abend völlig neu kennengelernt. Als einen bissigen, ja zynischen Dichter und Denker. Über die Norderneyerinnen schrieb er nämlich:
„Die Tugend der Insulanerinnen wird durch ihre Häßlichkeit, und gar besonders durch ihren Fischgeruch, der mir wenigstens unerträglich war, vorderhand geschützt.“ Liebe Norderneyerinnen, ich möchte euch beruhigen: Ihr seid mir bisher weder durch übermäßige Hässlichkeit noch durch unerträglichen Fischgeruch aufgefallen. Ich finde euch tatsächlich völlig in Ordnung!

Noch ein kleiner Auszug aus seinen Texten, weil mich sein Zynismus schlicht tief im Inneren berührt hat:
„ […] Tee trinken, der sich von gekochtem Seewasser nur durch den Namen unterscheidet, und eine Sprache schwatzen, wovon kaum begreiflich scheint, wie es ihnen selber möglich ist, sie zu verstehen. […]“



Badehaus Norderney, Inselblogger NorderneyBade:haus

Europas größtes Thalassohaus – und ich war erst jetzt dort: Im bade:haus norderney. Der gesamte Montag war dank Sturmtief Mortimer wettertechnisch relativ bescheiden, entsprechend hatte ich mich innerlich auf einen großen Gästeansturm im Badehaus eingestellt. Aber: Zumindest in der Wasserebene war die Gästeanzahl überschaubar. Perfekt, wenn man richtig entspannen will, denn: Zwischen den Abenden, an denen ich mit meinen Geschwistern zusammen in der Badewanne saß, und diesem Montagabend sind gut zwei Jahrzehnte vergangen. Ich muss sagen, dass ich dieses Mehr an Platz über die Jahre hinweg immer als Gewinn betrachtet habe und es deshalb auch in öffentlichen Badeanstalten gerne beibehalte.Im Badehaus gibt es viele Becken, die etwas kleiner sind – umso besser, wenn man diese Becken für sich haben kann, statt versehentlich mit den Füßen eines Fremden in Kontakt zu kommen.

Bei meinem ersten Besuch war ich nur in der Wasserebene – erstens hatte ich nicht allzu viel Zeit im Gepäck, zweitens finde ich Saunen einfach..sehr warm. Trotzdem werde ich auch die Feuerebene einmal austesten – und falls mir langweilig werden sollte, zu den Rutschen ins Familien-Thalassobad wechseln. Die Räumlichkeiten, die ich bisher gesehen habe, sind auf jeden Fall sehr schön gestaltet, die abwechslungsreichen Becken sind jeweils mit einer Infotafel zu Wassertemperatur- und tiefe versehen und die schlafenden Gäste auf den Liegen waren Beweis genug dafür, dass das Badehaus der optimale Ort zur Entspannung ist.


Willkommen! Bienvenue! Welcome!

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Theater. Ich glaube, dass ich zuletzt in einem war, ist schon einige Jahre her.
Auf Norderney war es mit heute Abend nun schon mein zweiter Besuch im Kurtheater – auch das kulturelle Leben auf der Insel ist vor mir nicht mehr sicher.

Als „schönstes Kino Norddeutschlands“ wird das Kurtheater, das Theater und Kinosaal vereint, auch betitelt – und das völlig zurecht. Rote Sitze, Kronleuchter, eine mit Stuck verzierte Decke.
Die atelier ART&BAR  im Foyer lädt zu einem gemütlichen Drink vor Veranstaltungsbeginn oder zu einer Erfrischung in der Pause ein.

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Bei meinem ersten Besuch im Kurtheater schaute ich mir Quentin Tarantino’s neuen Thriller „Once upon a Time…in Hollywood“ an, heute tauchte ich ein in die Welt der goldenen Zwanziger: Deutschland, Berlin, Kit-Kat-Club.

Das Musical „Cabaret“ wurde aufgeführt von der Landesbühne Niedersachsen Nord, die – finde ich – ihren Job großartig gemacht hat.

Auch wenn ich das Stück schon einmal gesehen habe und wahrscheinlich jedem die Story (weltoffenes, vergnügungssüchtiges Berlin trifft auf erstarkenden Nationalsozialismus) bekannt sein dürfte, hat mich die Darstellung doch wieder in ihren Bann – und gefühlt mit in den Nachtclub Berlins – gezogen.

Die Schauspielerin der Sally Bowles hat mich nicht nur mit ihrer großartigen Stimme begeistert, sie sah auch so gut mit kurzen Haaren aus, dass ich wieder kurz davon überzeugt war, dass ich mir auch einen Kurzhaarschnitt verpassen lassen sollte. Zum Glück habe ich für diese Momente immer ein Foto auf Abruf; ich weiß, wie ich dann wieder aussehen würde. ⇚

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Mit tausend Serien und Filme nur einen Mausklick entfernt vergesse ich oft, wie schön es sein kann, hautnah zu erleben, wie Menschen mit Herzblut bei der Sache sind und schauspielern, als wäre es eher Berufung denn Beruf.
Da war es auch nicht mehr schlimm, dass ich an dem Tag sonst keinen Sport getrieben habe – der andauernde Applaus am Ende war Workout genug für meine Arme. In diesem Sinne: Chapeau! an alle Schauspieler.

Ob für einen Kinofilm oder eine Theateraufführung: Ich kann einen Abend im Kurtheater nur wärmstens empfehlen – und sei es nur, um das besondere Ambiente zu genießen.