events II

Norderney, Herbstanfang, Bank, Promenade
Irgendwie scheinen Norderney und ich aneinander vorbeikommuniziert zu haben. Ich hatte einen goldenen Herbst bestellt; Norderney liefert einen stürmischen Herbstanfang. Das Problem bei der Kombination aus Regen und Wind: Man will den Regen möglichst schnell verlassen, wird aber durch Windböen im Tempo gedrosselt und kann sich nur in Zeitlupe an trockenere Orte flüchten.
Mit Regenhose und Cape ausgestattet kam ich zwar immer noch langsam, aber zumindest trocken zu meinen dieswöchigen Zielen:



Zumba

Wer mich kennt – oder einfach mal auf einer Party beobachtet hat, der weiß: Ich tanze nicht. Ich kann an der Bar stehen und halbwegs rhythmisch mit dem Fuß auftippen, aber damit ist mein Tanz-Repertoire auch schon weitestgehend erschöpft.
In froher Hoffnung, dass sich vielleicht etwas daran geändert hat – und weil ich ohnehin das Sportangebot des TuS Norderney e.V. testen wollte – bin ich am Dienstag zum Zumba gegangen.
Ich merke schnell, dass sich nicht viel getan hat: Der Übertragungsdauer von Auge zu Gehirn zu Körper geschuldet hänge ich meist einige Sekunden hinterher; meine Mutter dürfte meine fehlerhafte Arm-Bein-Koordination als Erzieherin höchstwahrscheinlich mit Sorge betrachten. Gut, dass sich mein Zumba-Können nicht auf eine mögliche Einschulung auswirkt.
Spaß hat es dennoch gemacht, Sport ist es auch: Vielleicht bleibe ich dabei!



Bademuseum NorderneyBademuseum

Heute Abend stand ein Vortrag im Bademuseum am Weststrand auf dem Plan: „Berühmte Gäste: Von Bismarck bis Bülow, von Heine bis Humboldt“. Ich muss sagen, dass ich mir nicht besonders viel von dem Abend erhofft hatte. Ob Humboldt oder Ed Sheeran ist mir eigentlich egal – ein Vortrag darüber, wer mal wo auf der Insel war und was er da gemacht hat – das kann ja nur trocken werden; so meine Erwartungshaltung.
Elise Terfehr, eine ehemalige Lehrerin, schaffte es aber, den Vortrag durch Anekdoten aus dem Leben der berühmten Gäste nicht nur interessant und informativ, sondern vor allem auch unterhaltsam zu gestalten. Für Frau Terfehrs Art zu erzählen und die Tatsache, dass auf jede Zwischenfrage geantwortet werden konnte: Meinen vollsten Respekt.

Am nachhaltigsten beeindruckt hat mich aber Heinrich Heine. Den Mann, von dem ich dachte, dass er einer der größten Romantiker aller Zeiten war, habe ich heute Abend völlig neu kennengelernt. Als einen bissigen, ja zynischen Dichter und Denker. Über die Norderneyerinnen schrieb er nämlich:
„Die Tugend der Insulanerinnen wird durch ihre Häßlichkeit, und gar besonders durch ihren Fischgeruch, der mir wenigstens unerträglich war, vorderhand geschützt.“ Liebe Norderneyerinnen, ich möchte euch beruhigen: Ihr seid mir bisher weder durch übermäßige Hässlichkeit noch durch unerträglichen Fischgeruch aufgefallen. Ich finde euch tatsächlich völlig in Ordnung!

Noch ein kleiner Auszug aus seinen Texten, weil mich sein Zynismus schlicht tief im Inneren berührt hat:
„ […] Tee trinken, der sich von gekochtem Seewasser nur durch den Namen unterscheidet, und eine Sprache schwatzen, wovon kaum begreiflich scheint, wie es ihnen selber möglich ist, sie zu verstehen. […]“



Badehaus Norderney, Inselblogger NorderneyBade:haus

Europas größtes Thalassohaus – und ich war erst jetzt dort: Im bade:haus norderney. Der gesamte Montag war dank Sturmtief Mortimer wettertechnisch relativ bescheiden, entsprechend hatte ich mich innerlich auf einen großen Gästeansturm im Badehaus eingestellt. Aber: Zumindest in der Wasserebene war die Gästeanzahl überschaubar. Perfekt, wenn man richtig entspannen will, denn: Zwischen den Abenden, an denen ich mit meinen Geschwistern zusammen in der Badewanne saß, und diesem Montagabend sind gut zwei Jahrzehnte vergangen. Ich muss sagen, dass ich dieses Mehr an Platz über die Jahre hinweg immer als Gewinn betrachtet habe und es deshalb auch in öffentlichen Badeanstalten gerne beibehalte.Im Badehaus gibt es viele Becken, die etwas kleiner sind – umso besser, wenn man diese Becken für sich haben kann, statt versehentlich mit den Füßen eines Fremden in Kontakt zu kommen.

Bei meinem ersten Besuch war ich nur in der Wasserebene – erstens hatte ich nicht allzu viel Zeit im Gepäck, zweitens finde ich Saunen einfach..sehr warm. Trotzdem werde ich auch die Feuerebene einmal austesten – und falls mir langweilig werden sollte, zu den Rutschen ins Familien-Thalassobad wechseln. Die Räumlichkeiten, die ich bisher gesehen habe, sind auf jeden Fall sehr schön gestaltet, die abwechslungsreichen Becken sind jeweils mit einer Infotafel zu Wassertemperatur- und tiefe versehen und die schlafenden Gäste auf den Liegen waren Beweis genug dafür, dass das Badehaus der optimale Ort zur Entspannung ist.


smakelk eten!

Wenn ich ganz ehrlich bin: Durch gutes Wetter hat Norderney in der letzten Woche nicht wirklich bei mir punkten können. Gut, dass es so viele Cafés und Restaurants gibt, in die man sich bei Regen flüchten kann!

Weisse Düne, Café Norderney

Weisse Düne
Einen guten Spaziergang (oder ein paar Radminuten) vom Zentrum entfernt, zwischen Dünen und Strand, liegt das Restaurant „Weisse Düne“ mit angeschlossener Boutique.
Der Weg lohnt sich, denn: Das Restaurant ist schön gelegen, es gibt zahlreiche Sitzgelegenheiten – drinnen und draußen – und sowohl Restaurant als auch Boutique wurden mit Liebe zum Detail eingerichtet. Die Mädels im Service sind super aufmerksam, freundlich und fix unterwegs, der Mandelkuchen: lecker!
Auch die anderen Gerichte auf der Karte scheinen zu überzeugen: Der Laden ist fast immer sehr gut besucht.

Surfcafé Norderney, Café Norderney, Restaurant Norderney

Surfcafe
Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder eben noch einen Platz im beliebten Surfcafé. Das Frühstück kann man sich ganz individuell mit Ankreuz-Zettel zusammenstellen, sowohl Essen als auch Getränke wurden schnell gebracht. Den Kaffee würde ich nicht in mein persönliches Top-10-Kaffee-Ranking einfügen, das Frühstück hat aber sehr gut – und mit Blick aufs Meer direkt noch besser geschmeckt.

Marienhöhe Norderney, Café Norderney

Marienhöhe
Mit der schönste Ausblick bei Kaffee&Kuchen, Frühstück oder Abendessen kann auf Norderney wohl von der Marienhöhe aus genossen werden. Wer einen Platz auf der Terrasse oder am Fenster ergattert, dürfte es in der Regel nicht besonders eilig haben, das Restaurant wieder zu verlassen. Zuvorkommender Service, richtig leckerer Kaffee und ein großartiges Angebot runden einen Besuch in der Marienhöhe ab!

Dinos Pizza, Pizza Norderney, Pizzeria Norderney

Dinos Pizza
Die kleine Pizzeria mitten in der Stadt war nicht nur mein Ziel, als ich noch spät auf Essenssuche war, sondern auch das vieler Partygänger, die entweder eine Stärkung für zwischendurch oder einen Snack für den Nachhauseweg brauchten.
Die Jungs hinterm Tresen sorgten nebst Verpflegung dafür, dass andere Gäste nicht unfreiwillig in den Genuss von Schlagergesängen kommen – das alles freundlich und mit Witz. Die Pizza war lecker und preiswert – und ich zu hungrig, als dass ich schon vorm Essen ein Foto hätte machen können.

Fischwerk Norderney, Restaurant Norderney, Fisch Norderney, Fischrestaurant

Fischwerk
Das Restaurant und Bistro in der Bäckerstraße überzeugt durch schöne, gemütliche Einrichtung sowie den Anspruch, möglichst viele regionale und saisonale Produkte zu verarbeiten. Aufmerksamkeit und Freundlichkeit habe ich im Service etwas vermisst; das Essen war zwar völlig in Ordnung, ich hatte aber angesichts des Preises und der Bewertungen online noch deutlich „mehr“ erwartet.


ich geh mit mir, wohin ich will

Auch bis ans Ende dieser Welt
Am Meer, am Strand wo Sonne scheint es nieselt
Will ich mit mir alleine sein

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Nach 1,5 Wochen endlich das, was ich schon ab Tag 1 machen wollte: Eine Wanderung zum Ostende. Extra früh aufgestanden, um zeitig loszukönnen, Regenradar gecheckt –  sieht in Ordnung aus. Rucksack aufgesetzt und: Es regnet.
Da kann ich natürlich nicht raus – das geht de facto einfach nicht, wenn man aus Zucker ist.  Natürlich gehört theoretisch Schietwetter zum Nordsee-Erlebnis dazu, aber praktisch ist es mir doch lieber, wenn ich erst am Ende durchgenässt bin als schon nach den ersten zwanzig Metern.
Also brachte ich meinen Balg noch einmal kurz in die Waagerechte und unter meine Kuscheldecke; aufwärmen soll ja wichtig sein vorm Sport.

Deich, Norderney,

Mit dem Rad ging es größtenteils auf dem Deich bis zum letzten Parkplatz der Insel – ab dort gilt dann absolutes Drahteselverbot. Vor Ort steht eine Schutzhütte, an der man sich mit Infomaterial und Karten zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eindecken – oder eben Schutz vor Wetter suchen kann. An der Hütte waren zwar anfangs noch einige andere Wanderer, da wir aber unterschiedliche Wege einschlugen, war ich fast die ganze Zeit über allein. Ruhe, Natur und fast freundliches Wetter – besser geht’s kaum.

Nationalpark Wattenmeer, Wanderweg

Dem Wetter der vorherigen Tage geschuldet musste ich immer wieder über kleinere und größere Pfützen springen und verschätzte mich – trotz des Versuchs, vorab die Sprungkurve berechnen – immer wieder; meine Schuhe befinden sich noch immer im Trockenprozess.
Die Orientierung im Nationalpark ist dank zahlreicher Schilder und bunt-markierter Holzpfosten mehr als einfach. Ich hätte mir aber zumindest an den Wegweisern Angaben zur ungefähren Gehzeit gewünscht. Meiner Selbstüberschätzung und Streckenunterschätzung geschuldet brauchte ich deutlich länger als gedacht: Aus „in zwei Stunden bin ich durch mit dem Ding“ wurde „Ah, ich bin immer noch nicht da“. Insgesamt habe ich etwa 3,5 Stunden gebraucht.

ostende norderney

Aber: Es lohnt sich. Also nicht nur für das Ziel, sondern auch für den Weg. Klingt wie ein Wandtattoo-Spruch, ist aber wahr. Die Pflanzen, der Untergrund und die Ausblicke verändern sich immer wieder, was ich bei der Größe des Nationalparks nicht zwingend erwartet hätte. Es gibt auch eine Bake, von der man eine gute Aussicht genießen kann.

Wrack Ostende, Wrack Norderney, Schiffswrack

Am Wrack angekommen war ich immer noch völlig allein unterwegs – friedlicher kann ein Strand kaum sein.
Zurück zum Parkplatz ging es dann auch immer der Nase nach am Strand entlang. Oma sagt immer, dass ein Strandspaziergang das wohl Schönste und Beste ist, was es so gibt. Ich kann ihr nur bedingt zustimmen; ich finde Strandspaziergänge in erster Linie anstrengend. Schön ist auch nur das Gefühl, nicht die Art der Fortbewegung. Zwei Stunden lang schien eine Verwandtschaft zu Pinguinen nicht unwahrscheinlich.

Strand Norderney, Nationalpark

Was ich auf dem Rückweg verfluche: Den Leuchtturm. Sobald ich ihn sehen konnte, wähnte ich nämlich das Ende des Spaziergangs in unmittelbarer Nähe. Aber das eben 1,5 Stunden lang.
Gut, mein Fehler. Denn schließlich ist das der Witz an Leuchttürmen – dass man sie von weitem sehen kann.
Die Tour werde ich auf jeden Fall noch einige Male machen; das nächste Mal dann gern bei Sonne und mit Snacks im Rucksack.


Willkommen! Bienvenue! Welcome!

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Theater. Ich glaube, dass ich zuletzt in einem war, ist schon einige Jahre her.
Auf Norderney war es mit heute Abend nun schon mein zweiter Besuch im Kurtheater – auch das kulturelle Leben auf der Insel ist vor mir nicht mehr sicher.

Als „schönstes Kino Norddeutschlands“ wird das Kurtheater, das Theater und Kinosaal vereint, auch betitelt – und das völlig zurecht. Rote Sitze, Kronleuchter, eine mit Stuck verzierte Decke.
Die atelier ART&BAR  im Foyer lädt zu einem gemütlichen Drink vor Veranstaltungsbeginn oder zu einer Erfrischung in der Pause ein.

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Bei meinem ersten Besuch im Kurtheater schaute ich mir Quentin Tarantino’s neuen Thriller „Once upon a Time…in Hollywood“ an, heute tauchte ich ein in die Welt der goldenen Zwanziger: Deutschland, Berlin, Kit-Kat-Club.

Das Musical „Cabaret“ wurde aufgeführt von der Landesbühne Niedersachsen Nord, die – finde ich – ihren Job großartig gemacht hat.

Auch wenn ich das Stück schon einmal gesehen habe und wahrscheinlich jedem die Story (weltoffenes, vergnügungssüchtiges Berlin trifft auf erstarkenden Nationalsozialismus) bekannt sein dürfte, hat mich die Darstellung doch wieder in ihren Bann – und gefühlt mit in den Nachtclub Berlins – gezogen.

Die Schauspielerin der Sally Bowles hat mich nicht nur mit ihrer großartigen Stimme begeistert, sie sah auch so gut mit kurzen Haaren aus, dass ich wieder kurz davon überzeugt war, dass ich mir auch einen Kurzhaarschnitt verpassen lassen sollte. Zum Glück habe ich für diese Momente immer ein Foto auf Abruf; ich weiß, wie ich dann wieder aussehen würde. ⇚

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Mit tausend Serien und Filme nur einen Mausklick entfernt vergesse ich oft, wie schön es sein kann, hautnah zu erleben, wie Menschen mit Herzblut bei der Sache sind und schauspielern, als wäre es eher Berufung denn Beruf.
Da war es auch nicht mehr schlimm, dass ich an dem Tag sonst keinen Sport getrieben habe – der andauernde Applaus am Ende war Workout genug für meine Arme. In diesem Sinne: Chapeau! an alle Schauspieler.

Ob für einen Kinofilm oder eine Theateraufführung: Ich kann einen Abend im Kurtheater nur wärmstens empfehlen – und sei es nur, um das besondere Ambiente zu genießen.


wer isst, ist.

Und weil ich sein will, habe ich direkt in der ersten Woche einige Lokalitäten getestet.

IMG_20190921_122049Frieseneis
Als „Der kleine Urlaub in Bechern“ wird das Frieseneis betitelt. Ja, das Eis schmeckt sehr gut – und ja, Urlaub ist das in der Regel auch. Also passt das schon irgendwie. Die Bedienung ist freundlich, die Auswahl an der Eistheke fällt fast etwas zu schwer – aber das Karamelleis mit Pflaumenmus und Keksbröseln war definitiv eine gute Entscheidung! Mit 2,80€ scheint die Kugel Eis auf den ersten Blick etwas teuer, die Kugeln sind dafür aber auch deutlich größer als „normale“ Portionen.

CorneliusRestaurants Norderney, Café Norderney, Cornelius Norderney
Das Restaurant Cornelius am Nordstrand bietet eine große Auswahl an Pasta, Fleischgerichten, Eis und Kuchen, hat aber überwiegend mediterrante Gerichte im Angebot. Ich war vor allem wegen der Sitzplätze im Freien mit Blick aufs Meer dort und entschied mich für einen Pflaumenkuchen und einen Kaffee. Das Personal war freundlich, der Kuchen lecker, aber nicht großartig. Günstig ist das Restaurant nicht; der Ausblick und ein Platz in der Sonne ist aber auch einiges wert.

Ristorante Roma, Pizza Norderney, Italiener Norderney, Restaurants NorderneyRistorante Pizzeria Roma
Ein kleines, schönes Restaurant, das meist ziemlich gut besucht ist. Es lohnt sich, vorab zu reservieren. Das Servicepersonal war freundlich, schnell und aufmerksam. Die Preise gehen meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Meine Pizza mit Spinat und Gorgonzola: S-U-P-E-R-Lecker!